Das war Peru …

Hallo Zusammen.

Mittlerweile ist schon der 21. November 2012. Ich bin in Neuseeland und habe endlich mal ein bisschen Zeit und Muße wieder an meinem Blog zu arbeiten (ja ja … ganz schön stressig so ne Weltreise…)

Aber bevor ich aus dem offensichtlich grünsten Land der Welt berichte, fehlte noch der Abschluss von Peru.

Wer ein bisschen zwischen den Zeilen gelesen hat, hat schon mitbekommen, dass mir Peru deutlich besser gefiel als Nordchile. Was eindeutig nicht an „Mr. Follow Me Guys“ oder der Ordnung im Land gelegen hat.

Das Peru chaotischer ist als Chile war mir vorher bewusst. Aber das hat mich auch nicht wirklich gestört. Aber – und das hat mich ein wenig gestört – Peru ist dreckig! Überall – und wirklich ÜBERall – liegt Müll herum. Es ist dauernd vorgekommen, dass die Leute im Auto vor uns ihren Abfall einfach aus dem Fenster geschmissen haben. In den Flüssen sammelten sich die Plastikflaschen am Ufer. Wir haben ganze Bettmatratzen auf Felsen im Fluss gespült gesehen. In den Gräben neben den Straßen lagen Verpackungen friedlich vereint mit benutztem Klopapier, Getränkedosen, sogar Autoreifen wurden so entsorgt.

Es gab Boulder, die wir nicht klettern konnten, weil wir erst mal Abfallbeseitigung hätten betreiben müssen. Selbst in den hintersten Andentälern fand  sich Müll.

Aber – es waren eben auch Andentäler.

Und – Baby verzeih‘ mir – aber ich liebe die Anden. Nicht genug, um baldmöglichst wieder hinreisen zu wollen, aber dieses Gebirge hat mich wirklich nachhaltig beeindruckt. Die Größe, die Weite, die unglaubliche Masse. Wahnsinn. Im Moment gucke ich aus dem Garten unseres Hostels in Springfield, NZ, auf die Neuseeländischen Alpen, das Gebirge, in dem auch Castle Hill liegt. Und es kommt mir mit seinen schneebedeckten Gipfeln von 2.000 – 3.000 m Höhe mickrig vor…

 

Neben den Anden ist Peru für mich eigentlich nur noch von Machu Picchu geprägt – das zweite Highlight in Südamerika. Ansonsten – an der Stelle weiß ich schon, wer grinsen muss – war Südamerika OK… Nicht überragend, aber OK und eine Erfahrung wert. Allerdings muss ich auch sagen: mir haben 2 Monate gereicht. Mehr hätte es auch nicht sein müssen. Wie gut also, dass ich jetzt am anderen Ende der Welt bin…

 

 

 

Bouldern!

Cusco nach Huaraz

Nachdem wir Machu Picchu verarbeitet hatten, haben wir dann am Mittwoch, den 17. Oktober, den einzigen Campingplatz von Cusco verlassen und sind Richtung Lima aufgebrochen

Camping in Cusco

Aus dem Hochland der Anden ging es in unzähligen Kurven, entlang riesiger Täler immer tiefer. Langsam aber sicher übernahm die karge Landschaft der Wüste wieder die Vorherrschaft über die riesigen Ebenen und fruchtbaren Täler des Tropengebirges.

Bis wir schließlich etwas südlich der peruanischen Hauptstadt wieder auf Höhe des Meeresspiegels waren und in einem sehr hübschen Fischerdorf, bei einer wirklich netten Wirtin unser Abendessen mit Ausblick einnehmen konnten.

Hochebene in den Anden

Kurven ins Tal

Die Wüste übernimmt

Fischerdorf vor Lima

Abendessen mit Ausblick

Mittlerweile war Samstag, der 20. Oktober, und wir mussten unseren Mietwagen in Lima am Flughafen abgeben. Was gar nicht so einfach war. Zunächst wurden wir kurz vor Lima von der Polizei angehalten. Unser Licht war nicht an und das ist in Peru auch tagsüber Pflicht. Da es in Peru Standard ist, wegen irgendwelcher Nichtigkeiten oder auch einfach so angehalten zu werden, hatten wir da schon Erfahrung drin. Bisher hatten wir immer den Gringo-Bonus. Einfach oft genug „Perdone, no comprendo“ (sorry, ich verstehe nicht) sagen und irgendwann waren es die Polizisten immer leid und haben uns fahren lassen. Versucht haben wir das auch diesmal. Aber nicht mit der Dreistigkeit der lokalen Gesetzeshüter gerechnet. Erst hat uns der Polizist zugeschwallt, er müsse uns wohl einen Strafzettel ausstellen, das würde 300 Sol (90 EUR) kosten und wir müssten zurück in die letzte Stadt um den bei einer Bank zu bezahlen. Ich dachte schon, wie sollen wir denn dann das Auto pünktlich abgeben. Aber dann klang es auf einmal so, als wolle er uns doch fahren lassen (so war das bisher auch immer, wenn die Polizisten die Geduld mit den Gringos verloren haben).

Was ich zuerst gar nicht verstanden hatte und mir auch, nachdem er mir einen abgewetzten Dokumentenumschlag von Europcar oder so ins Auto reichte, noch nicht sofort dämmerte war, dass er uns nicht umsonst fahren lassen wollte. 50 Sol (15 EUR) und die Sache sei erledigt… Dirk und ich haben uns nur angeguckt und ein Grinsen und Kopfschütteln unterdrückt und dann einen 50 Sol Schein in den Umschlag gelegt und dem dezent korrupten Beamten gereicht. Und weiter ging’s.

In Lima haben wir dann das erste Mal wirklichen peruanischen Verkehr kennen gelernt. Mehr als acht Millionen Einwohner und gefühlt haben alle ein Auto. Mit viel – SEHR viel – Hupen und Drängeln haben wir es irgendwann zum Flughafen geschafft, wo wir den Wagen abgeben sollten. Nur gab es nirgendwo eine Europcar-Filiale (mit denen hatten wir doch schon mal Ärger …)

Beim ersten Mal haben wir die Einfahrt zum Flughafen verpasst – also einmal um den Block, was aufgrund der Straßenführung ca. 15 Minuten dauerte. Beim zweiten Mal sind wir langsam und suchend an der Abflug-Zone entlang gefahren, als ich einen Moment dachte, jemand habe „Thorsten“ gerufen. Aber wer ruft mich schon irgendwo in Lima am Flughafen beim Vornamen?

Da sich die Straßenführung immer noch nicht geändert hatte, mussten wir nochmal um den Block. Nur das wir jetzt irgendwie auf einmal auf einer Parallelstraße zur Hauptstraße waren. Ich sag noch, das müsste eigentlich auch hier rechts gehen, als aus Flughafenviertel so langsam eher ärmliche Hütten wurden. Dirk wollte zurück, aber ich: „ne – wir sind hier schon richtig“.

Genau – richtig im Township waren wir dann. Mit Wellblechhütten, abgemagerten Hunden auf dem Weg und Kindern, deren Spiel mit alten Autoreifen durch die zwei lustigen Gringos unterbrochen wurde, die offensichtlich irgendwo mal falsch abgebogen waren. Bis der Weg so eng wurde, dass unser riesiger Pickup (auch nicht gerade das Auto, mit dem man in ein Ghetto fahren sollte) stecken blieb und es nicht mehr anders ging, als rückwärts wieder raus zu fahren.

Endlich wieder am Flughafen stellten wir dann fest, dass tatsächlich jemand meinen Namen gerufen hatte. Nämlich der Typ von Europcar, der das Auto übernehmen sollte. Na das hätte man uns ja auch vorher sagen können, dass es keine Filiale gibt, sondern nur einen Menschen, der mir offensichtlich nahe genug steht, um mich direkt mal beim Vornamen zu rufen…

Vom Flughafen aus ging es direkt zum Busbahnhof und von da aus wieder hoch ins Gebirge, nach Huaraz auf ca. 3.300 m Höhe.

 

 

Bouldern um Huaraz

Huaraz ist eine relativ kleine, aber ziemlich lebhafte Stadt. Dirk hatte im Vorfeld schon jemand über das Internet gefunden, der die zum Bouldern dringend notwendigen Crashpads verleiht (tragbare Matten, auf die man abspringen kann). Direkt nachdem wir unsere Sachen im Hostel abgelegt hatten, sind wir dann auch dahin. Und diesmal hatten wir Glück – David hatte tatsächlich Crashpads und war auch ansonsten sehr nett und hilfsbereit. Für den nächsten Tag hat er uns eine Karte gezeichnet, wie wir zu „los Olivos“ kommen – einem Boulderspot direkt neben der Stadt.

Am übernächsten Tag ist er mit ein paar Kumpels selber bouldern gegangen und hat uns mitgenommen.

Bouldern 1

Boudern 2

Boudern 3

 

Nach einem Pausentag, an dem wir mal quasi Garnichts gemacht haben (zumindest nichts relevantes) sind wir noch einmal zu los Olivos und am Sonntag (d. 28.10.) ging es nach Hatun Machai.

 

Hatun Machai

Wir wussten, dass es bei Hatun Machai auf ca. 4.300 m nur einen „Refuge“ – eine Hütte gibt. Aber die Abgeschiedenheit, die dann kam, hatte zumindest ich so nicht erwartet. Nicht im negativen Sinn – es war … positiv beeindruckend. Nur hatte ich nicht so extrem damit gerechnet. Die Hütte war vielleicht 40 qm – unten der Essraum mit Küche und oben der Schlafsaal mit 14 Betten. Das fließende Wasser kam direkt aus dem Bach nebenan, Strom wurde gerade genug für eine einsame Energiesparbirne mit Hilfe von ein paar Solarzellen produziert. Telefon, Handynetz oder gar Internet gab es selbstverständlich nicht. Im Haus mit uns waren ca. 8 andere Leute. So dass es zumindest drinnen immer einen gewissen Geräuschpegel gab.

Ausblick

Dirk und die Hauskatze

 

Aber sobald mal vor die Türe gegangen ist, umfing einen Stille. So tief, dass man das Blut in seinen Ohren rauschen hörte. Nur selten unterbrochen von einem Vogel, dem entfernten Blöken eines Schafes oder dem Muhen eines Ochsen, der ein paar Kilometer weiter graste. Dazu floss das rote Licht der untergehenden Sonne über die Berge und gab einem das Gefühl, man befinde sich unter Wasser. Der steinerne Wald von Hatun Machai – der Ort, wo man klettern und bouldern kann – lag rot unter der Wasseroberfläche, die von den Wolken gebildet wurde.

Einsame Hütte

Hütte im Abendlicht

Hatun Machai im Sonnenuntergang

Hatun Machai im Morgenlicht

Leider war das Wetter nur am ersten Tag so beeindruckend. Danach (bis heute, eine Woche später) war es eigentlich jeden Tag gleich: am Morgen sonnig und warm, am Mittag zieht es zu und am Nachmittag fängt es mit 90%iger Sicherheit an zu regnen. Was man gerne vergisst, wenn man sich auf 4.300 m Höhe den Hintern abfriert, ist, dass wir uns hier in den tropischen Anden befinden. Und  im Moment ist in den Tropen Regenzeit. Was ich nur bestätigen kann…

Angekündigt wurde der Regen die zwei anderen Tage in Hatun Machai übrigens durch aufziehenden Nebel. Und da wir auf Höhe der Wolken waren, nicht der aus Deutschland bekannte, leichte Nebel, in dem man sich quasi noch strafbar macht, wenn man am Auto die Nebelschlussleuchte anmacht. Man sieht die Wolken sich durch das Tal hochschieben. Und wenn sie da sind, reduziert sich die Sichtweite innerhalb von Minuten auf unter 10 Meter. Um die Hütte wiederzufinden, mussten wir uns am Bachlauf und an Landmarken, an die wir uns erinnert haben, orientieren.

Wolken schieben sich herauf

Auf Höhe der Wolken

Der Nebel kommt näher

Und dann war da ja noch das Bouldern. Leider ist der Fels in Hatun Machai – insbesondere der an den Bouldern – insgesamt ziemlich brüchig. So dass wir trotz Unmengen an Gestein doch ziemlich suchen mussten, um brauchbare Boulder zu finden. Kletterrouten waren deutlich mehr im Angebot  nur hatten wir weder Seil, noch Päärchen oder auch nur Klettergurte. So war Hatun Machai zwar ein Erlebnis in Sachen Natur, Anden und Einsamkeit, aber leider bouldertechnisch eher mau. Aber ein paar wenige Boulder haben wir doch gefunden.

Bouldern auf 4300m - 1

Bouldern auf 4300m - 2

 

Tourismusprogramm

Nach Hatun Machai gab es wieder einen Tag süßen Nichtstuns zur Stärkung, bevor wir uns dem Abenteuer des Pauschaltourismus gestellt haben. Am Donnerstag, den 1. November, haben wir uns zu einer Gletscher-Tour angemeldet. Keine Gletscher-Wanderung – nur die Fahrt zum Gletscher, zwischendurch noch „Puya Raimondi“ angucken, und dann das Ende der Gletscherzunge betrachten.

Um neun Uhr morgens ging es mit dem Bus los. Um Zehn waren dann alle 20 Reisegruppenmitglieder aufgesammelt und es ging aus der Stadt raus. Um ca. 20 nach Zehn stellte sich die Reiseleiterin vor und fing an, detailliert den Tagesreiseplan darzulegen. Dort halten, 15 Minuten für Toilette und Tee, dann weiter, dann 5 Minuten Stopp für Fotos, dann weiter, dann 5 Minuten Halt an der Lagune, dann  …

Insgesamt hat sie bestimmt eine halbe Stunde geredet, ohne Pause, ohne Zögern, ja ich bin überzeugt – sogar ohne zu atmen. Natürlich alles auf Spanisch. Als sie am Ende fragte „Uno pregunta?“ (eine Frage?) war ich ja sehr versucht zu sagen „puedes repetir en ingles, por favor?“ (Können Sie das auf Englisch wiedeholen, bitte?). Aber ich habe mich beherrscht…

Und dann ging es los!

Alle raus aus dem Bus. Da ich ja nicht nach der englischen Version gefragt habe, hatten wir keinen Plan, was wir hier sollen. Aber die Reiseleiterin gab auf Nachfrage auch gern auf Englisch Auskunft: hier sind 15 Minuten Stopp um Coca-Tee zu trinken und etwas Schokolade zu essen – soll angeblich gegen die Höhenkrankheit helfen. Immerhin liegt der Gletscher auf über 5.000 m. Wobei ich ja den Coca-Tee eher für Touristen-Nepp halte. Außerdem ging es ja am gleichen Tag auch wieder runter, was das Risiko der Höhenkrankheit doch eher gering ausfallen lässt.

Nach den 15 Minuten alles wieder rein in den Bus. „Vamos! Vamos!“

Weiterfahren. Dann Stopp im Nationalpark. Eine Lagune. „Fotografiar!“ 5 Minuten! „Vamos! Vamos!“

Rein in den Bus. Ein weiterer Halt. Sprudelnde Quellen. „Fotografiar!“ 10 Minuten! „Vamos! Vamos!“

Weiter. Noch ein Halt. Diesmal gab es historische Wandmalereien zu fotografieren. Hier wieder nur 5 Minuten. „Vamos! Vamos!“ Und weiter.

Bis zum nächsten Halt: die schon vor der Fahrt angekündigte Puya Raimondi. Eine der angeblich schönsten Pflanzen der Anden. Sie wird zwischen 40 und 100 Jahre alt, blüht nur einmal im Jahr für 3 Monate und wird bis zu 15 Meter hoch. Ach ja – und sie erinnert „vage“ an einen Phallus.

Puya Raimondi

Puya Raimondis vage Ähnlichkeit ...

Bei diesem Stopp konnten Dirk und ich nur mit Mühe der nachdrücklich geäußerten Pflicht entgehen, mit den anderen 20 Leuten zu einer gerade blühende Pflanze hoch zu stiefeln, um uns Arm in Arm von einem Mitreisenden davor ablichten zu lassen. Dann hieß es wieder „Vamos! Vamos!“ und weiter ging’s.

Nächster Halt war dann doch tatsächlich der Gletscher. Sogar bewegen mussten wir uns, denn es waren ca. noch 20 Minuten zu laufen, bis wir tatsächlich vor dem Gletscher standen. Irgendwie hatte ich mir den beeindruckender vorgestellt… Halt eine Wand aus schmutzigem Eis, weder besonders hoch, noch besonders hübsch. Und der Gletscher dahinter war auch nicht wirklich lang. Vielleicht muss man doch mehr Aufwand in Kauf nehmen, um die Bilder zu sehen, die man aus Dokumentationen kennt. Aber immerhin – ich stand auf über 5.000 m vor einer Gletscherzunge und habe vor allem den Touri-Tag überlebt.

Gletscher

Ende der Gletscherzunge

Gletschersee

Größenvergleich

Auf dem Rückweg gab es übrigens dann noch einmal einen Stopp in dem gleichen Restaurant, in dem es auf dem Hinweg den Coca-Tee gab. Hier waren 45 Minuten für das Lunch eingeplant. Da dieses (wie übrigens auch der Tee) nicht inklusive war und das Restaurant auch nicht so vertrauenserweckend aussah, haben Dirk und ich uns mit zwei Anderen an die Straße gestellt und das nächste Colectivo nach Huaraz genommen. Die umgerechnet zusätzlichen 90 cent für 45 Minuten Fahrt war es uns wert, nicht noch eine Dreiviertelstunde warten zu müssen, bis alle gegessen haben.

Ein anderer Gletscher

Blau-Weiß

Gletscher-Panorama

 

The Way Inn

Am letzten Freitag (2.11.) sind wir noch für 3 Tage ins „The Way Inn“ gefahren. Ein wirklich sehr schön angelegtes Ho(s)tel ca. 45 Minuten außerhalb von Huaraz.

The Way Inn

Hübsches Hostel

Sonnenuntergang

Im Moment sitze ich hier im „Wohnzimmer“ sehe durch das Fenster die Sonne hinter den Bergen untergehen und schreibe diesen Eintrag. Und zusätzlich zur Entspannung und dem Blog-schreiben kann man hier natürlich auch noch bouldern.

Ausblick 1

Ausblick 2

Bouldern beim Way Inn

Bouldern mit Kulisse

Nektarsuche beim Bouldern 1

Nektarsuche beim Bouldern 2

 

Machu Picchu

Hallo Zusammen!

 

Nachdem die Mountainbike-Tour so ein Desaster war, haben wir am Sonntag dann keine Lust mehr auf eine geführte Klettersteig-Tour gehabt (man stelle sich vor, statt des Vorderrades wäre der Klettersteig abgefallen), und einen „Ruhigen“ gemacht.

Montag, den 15. Oktober, ging es dann nachmittags mit dem Auto erst nach Ollantaytambo und von dort mit dem Zug durch die ansonsten unzugänglichen Abschnitte des Heiligen Tals nach Aguas Calientes – der Stadt direkt neben Machu Picchu. Dort hatten wir ein Hostel gebucht und wollten am Dienstagmorgen früh aufstehen, um vor dem ganz großen Touristenansturm auf dem weltbekannten Berg zu sein.

Ist uns nur zum Teil gelungen…

Wir sind zwar wie geplant um 4 Uhr in der Früh aufgestanden und um 5 aus dem Haus Richtung Machu Picchu – aber wir waren bei weitem nicht die einzigen mit dieser Idee. Zusätzlich hatten wir uns noch vorgenommen von Aguas Calientes aus zu laufen, während uns die elenden Faulenzer in Bussen überholten. Hätten wir vorher gewusst, wie der Weg ist, wären wir vielleicht auch Bus gefahren…

Ich meine – schon die Bahnfahrt am Montag war verdammt beeindruckend. Man fährt durch das sehr schmale Tal und an beiden Seiten ragen steile Berge so hoch auf, dass man aus dem Fenster fast nur deren Hänge sieht. Und die Berge sind grün. Es herrscht (sub)tropische Vegetation; inklusive Palmen und Lianen. Und ähnlich beeindrucken war der Fußweg nach Machu Picchu. Zunächst läuft man ein Stück am Urubamba entlang und wird dabei von stinkenden Bussen überholt. Aber schon bald kann man die Treppe nehmen, während sich die Busse schaukelnd über den gewundenen Feldweg den Berg hochschlängeln.

Nur ist die Treppe nicht wirklich schneller. Es müssen nämlich etwa 300 Höhenmeter überwunden werden – auf dem, was wir Inka-Norm-Stufen getauft haben. Also Stufen, von denen jede anders als die vorhergehende ist und keine irgendeiner der anderen gleicht. So kamen wir dann gegen 6 Uhr früh schon total verschwitzt am Eingang zu der Inkastätte an. Und standen an…

Zum Glück hatten wir schon am Vorabend Tickets gekauft, so dass es nur ein paar Minuten warten waren. Aber immerhin war es schon voll genug, dass wir überhaupt warten mussten.

In der Anlage sind wir als erstes zur „Hütte des Verwalters vom Grabfelsen“ gegangen, von wo aus man den typischen Postkartenblick auf Machu Picchu hat. Ich habe ja im Vorfeld schon gedacht, von Machu Picchu werde ich bestimmt enttäuscht sein. Halt eine weitere Ruine. Aber Peru bereisen, ohne das Weltkulturerbe gesehen zu haben? Nein, geht ja irgendwie auch nicht!

Als ich dann da oben stand musste ich zugeben: Machu Picchu ist tatsächlich genauso beeindruckend, wie auf jedem Bild, dass ich vorher gesehen habe. Touristen hin oder her – die Inkastätte zieht einen magisch an. Man kann nicht anders, als die Kamera in die Hand zu nehmen und so ungefähr alles zu fotografieren, was man sieht. Es ist einfach unglaublich, wie schön es ist…

Keine Sorge – ich werde nicht alle 184 Bilder hochladen. Aber ein paar müssen schon sein, denke ich.

Aufstieg um 6 Uhr morgens

Blick von der Hütte des Verwalters vom Grabfelsen

Häuser in der Zitadelle

Nachdem der erste Fotorausch vorbei war, sind wir zur Inka-Brücke gegangen. Einem der Zugangswege zur Zitadelle. Nachdem vor ein paar Jahren jemand dort zu Tode gestürzt ist, darf man die Brücke allerdings nicht mehr betreten. Naja – Brücke würde ich das auch nicht nennen…

Inkabrücke

 

Es gibt zwei Berge direkt neben der Anlage. Der bekanntere ist der Huayna Picchu, der auch auf quasi jedem Foto mit drauf ist. Mit einer Höhe von 2.700 m ist er der kleinere der Zwei. Auf den Huayna Picchu werden pro Tag auch nur 400 Besucher gelassen. Der andere Berg – der Montana Machu Picchu – ist etwa 3.075 m hoch. Hier gibt es keine Besucherbeschränkung, denn mit ca. 700 zu überwindenden Höhenmetern ist es quasi ein selbst regulierendes System.

Ratet, für welchen Berg wir Tickets hatten…

Ausruhen mit Kulisse

Gegen 7 Uhr hieß es also wieder Inka-Treppen steigen. Dieses Mal hat der Aufstieg ca. eine Stunde gedauert, wobei wir relativ fix waren. Wenn man mal eine kleine Überschlagsrechnung anstellt und annimmt, dass jede Inka-Norm-Stufe ca. 20 cm hoch ist und wir insgesamt ca. 1.000 Höhenmeter treppensteigenderweise überwunden haben (und auch wieder runter), dann sind wir insgesamt etwa 10.000 Stufen gestiegen. 5.000 davon bergauf. (Die Waden tun mir heute  – nach einer Woche – immer noch weh…)

Aber oben angekommen war der Blick überwältigend!

Erst von dort sieht man, dass der Berg auf dem die Anlage steht, selber wieder der Mittelpunkt eines Tals ist. Die Inkas hatten auf jeden Fall einen Sinn fürs dramatische!

Die Anlage als Gesamtes

Blick vom Montana Machu Picchu

Insgesamt kann ich Machu Picchu wirklich nur als schön und unglaublich beeindruckend beschreiben…

 

Follow me Guys!

So – nachdem wir zwar unseren Plan, Motorräder zu kaufen und damit 3 Monate und 5.000 km zu touren, auf Motorräder leihen und einen Tag 200 km fahren reduziert hatten, das wiederrum aber echt gut war, hatten wir ja für Samstag den 13. Oktober noch eine Mountainbike-Tour gebucht.

Und wenn wir bisher nichts zu erzählen gehabt hätten – jetzt hatten wir es.

 

Wie schon am Freitag waren wir um 9 Uhr bei  Heidi – und diesmal war auch jemand da. Denn wir hatten unser Abenteuer ja mit Guide gebucht. Der uns als Erstes Helme und Handschuhe gab und meinte wir sollen die Bikes bitte prüfen. Ja gerne – nur etwas schwierig auf dem 50 cm breiten Bürgersteig vor der Tür, und der durch eine Baustelle absolut gar nicht benutzbaren Straße. Aber die Bikes sahen halbwegs vernünftig aus (sahen sie wirklich…).

Dann noch schnell die Route erklärt – ein bisschen fahren, die Moray Inkaanlage besichtigen, ein bisschen fahren inklusive Downhill, Salar de Maras besichtigen, Lunchbox bekommen und Mittag essen, weiter bis nach Urubamba fahren und von da mit dem Bus zurück.

Danach stellte sich der Guide dann auch vor:

„Hi! I am Williams“

„Hi! Thorsten!”

“Thorsten? What’s that?”

“Äh – my name?”

Da hätte ich es eigentlich schon ahnen können…

Aber wir sind trotzdem los mit Williams. Als erstes mal die Räder durch die Stadt schieben („It‘s not possible to drive the bikes here“) bis zum Busbahnhof. Dort hat Williams dann jegliche Hilfe von uns ausgeschlagen und – ganz der Dienstleister – die Räder mit Hilfe des Busfahrers auf das Dach gehieft. Einsteigen – und los geht’s. Mit einer ziemlich langen Busfahrt. Dirk meinte schon, die Tour sei vermutlich so günstig (wieder 36 EUR p.P.), weil sie nur aus Busfahren bestünde. Aber irgendwann, als meine Knie vermutlich so langsam mehr schmerzten als der Rücken des Passagiers vor mir, dem sie sich in selbigen bohrten, hieß es „we are here guys. Get off!“.

„Guys“ war übrigens anscheinend eines der Lieblingswörter von Williams – so hat er uns ständig genannt.

Also standen wir nun auf einer Wiese in den Anden und Williams teilte uns freundlich mit „There is the toilets, guys. If you want to use them“. Zwei Wellblechhütten standen auf der Wiese und ich dachte mir – nutz ich die doch nochmal kurz. Kein Mensch erwartet irgendwo in den Anden ein WC nach deutschem Standard mit Wasserspülung, Klobrille und Waschbecken. Also stellte ich mich auf ein Loch im Boden ein. Aber stattdessen war in der Wellblechhütte … Stroh. Sonst nix. Kein Loch. Kein garnix. Na egal, ich komm klar.

Dann noch mit Sonnenmilch eincremen und los geht’s. Oh Moment!

Beim Mountainbiken steht man relativ häufig auf dem Rad, wenn es holprig wird. Nur war mein Lenker so weit unten, dass ich beim Stehen quasi sofort Übergewicht bekommen hätte und – wie man so schön sagt – über den Lenker gebremst hätte. Ob Williams Werkzeug hat, um den Lenker höher zu stellen? Klar hat er. Also Lenker hoch und nun tatsächlich los.

Für etwa 500 Meter. Zugegeben, ich hätte auch dran denken können, dass bei  ´nem Mountainbike Abstandshalter nötig sind, wenn man den Lenker höher einstellt. Aber wer war denn hier der Guide…? Genau: Williams. Nur der war, als ich plötzlich feststellte, dass mein Vorderrad mitsamt Gabel und Lenker abzufallen droht, mit Dirk schon ca. 3 km voraus gefahren. Rufen… Fehlanzeige. Pfeifen … Fehlanzeige.

Ich also ganz langsam – falls sich die Schraube komplett löst und ich plötzlich ohne Vorderrad weiterfahren muss – hinter den beiden her. Nach etwa 5 Minuten hat Williams dann wohl doch gemerkt, dass 50% seiner zweiköpfigen Reisegruppe fehlen (ist ja auch schwer bei so vielen Leuten den Überblick zu behalten) und kam wieder zurück gestrampelt. Völlig außer Puste kam er bei mir an und fragte was denn sei. Nachdem ich ihm das Problem des auf Individualität bestehenden Vorderrades erklärt hatte, hat er sein Werkzeug gezückt und nach Anweisung von Dirk und mir den Lenker wieder tiefer gestellt und mir sein Rad gegeben. Denn da war der Lenker etwas höher. Und da sowieso alle 3 Räder von einem Subunternehmer geliehen waren, war es auch egal, wer welches Rad hat.

 

Also weiter. Diesmal für mindestens 1.500 Meter. Dann bemerkte ich ein seltsames Knacken in meiner Gangschaltung. Der Profi-Guide stellte fachmännisch fest „your bike makes strange noises“.

Also anhalten und versuchen rauszufinden was los ist. Los war vor allem völlige Ahnungslosigkeit bei unserem Führer. Zum Glück hatten Dirk und ich etwas mehr Verständnis von Technik und haben schnell bemerkt: die Gangschaltung ist absolut nicht justiert. Also hat Williams zackig einen Schraubenschlüssel rausgekramt und zur Gesichtswahrung irgendwas an irgendwelchen Schrauben verstellt. – Mit dem Resultat, dass meine Hinterradbremse nun ziemlich quietschte.

Wieder anhalten. Williams macht irgendwas. Weiter.

Nun quietschte sie nicht mehr. Gut! Funktionierte aber auch nicht mehr richtig. Schlecht!

Wieder anhalten. Nun bekamen wir eine Kostprobe der vollständigen technischen Kompetenz unseres Guides…

Nachdem wir das Rad auf den Kopf gestellt hatten bemerkte ich etwas, was ich zunächst gar nicht wirklich glauben konnte. Offensichtlich hatte Williams beim Stopp zuvor ernsthaft das Quietschen der Bremse behoben, indem er … ja, wirklich! … die Bremsscheibe geölt hatte. Oh mein Gott!

Nachdem ich also das Öl soweit möglich mit Klopapier abgewischt hatte, funktionierte die Bremse nur leider immer noch nicht richtig. Aber wir hatten ja Williams! Der hat erst mal den Reifen des auf dem Kopf stehenden Rades mit der Hand in Drehung versetzt und dann noch an den Pedalen manuell weitergedreht. Irgendwann das Kommando „Now use the brakes, Thorsten“. Ich also die Bremse betätigt und natürlich – das Rad steht. Was Williams irgendwie schockierte. Denn er konnte trotz der angezogenen Bremse die Pedale weiterdrehen. Und selbst als ich die Bremse gelöst habe, drehte er zwar mir zunehmend verwirrtem Gesichtsausdruck an den Pedalen, aber das Hinterrad bewegte sich nicht.

„What is wrong? I don’t understand…“

Bis Dirk ihn erlöste und meinte „Other way round“. Williams hatte die Pedale im Leerlauf gedreht…

Aber auch dieser Hinweis und unsere geballte Kompetenz von Dirk+Thorsten-Williams=1 Person half nicht weiter. Die Bremse funktionierte nur leidlich. Ich konnte zwar bremsen, aber den Reifen nicht blockieren. Was bedeutete, dass ich, sobald es bergab ging, mit gezogener Bremse fahren musste. Denn notfalls kurzfristig anhalten war so nicht drin.

Die Gangschaltung knackte übrigens immer noch regelmäßig.

Ich glaube es war bei dem zweiten oder dritten Stopp – wir waren immerhin schon mindestens 3 km gefahren – als Willi sagte: „ok Guys. Do what you want. This is the only road. I am gonna give your Lunchboxt to you now“. Dirk und ich haben erst nicht so ganz verstanden – wollte er, dass wir alleine weiterfahren? Aber nachdem er dann gierig seine Lunchbox – bestehend aus einem Apfel, einem Puffreisriegel und einem 0,2L Tetrapack Orangennektar – aufriss und meinte er sei ja gestern noch wandern gewesen wurde uns klar, er hat einfach selber Hunger.

 

Dann ging es weiter – mit mangelhafter Bremse und knackender Gangschaltung. Ach ja – die rechte Pedale war auch ein wenig locker… Aber bei Maras würde ein Kumpel warten, der das Rad reparieren würde. Ich war gespannt.

Wir fuhren gerade auf einer staubigen Schotterpiste, als von hinten ein Bus kam. Was unseren Lieblingsguide dazu veranlasste aus voller Kehle zu rufen „Guys! The bus is coming. One line, please. Guys! Behind me. One line” – Ich schieb Dir gleich “one line” sonst wohin…

Ohne vom Bus überfahren zu werden haben wir es dann tatsächlich zur Inkastätte Moray geschafft: „Hey guys! We made it. This was the first part. Give me five!“ Dirk und ich waren noch ziemlich fit. Nur Willi hechelte ein wenig. Mein Bruder würde jetzt sagen “Give me five in your face!”

Während wir schon überlegten, wie wir Willi loswerden könnten, meinte dieser „This is Moray. Let’s go see the site, where I will give you the information. Follow me guys” Wir folgten ihm – was später noch fast zu unserem Verhängnis werden sollte…

Aber zunächst lotste uns der Guide geschickt an einer Gruppe Touristen vorbei („Follow me guys. Follow me here. Follow me“) – er ging halt einfach vorbei – und hat uns dann tatsächlich erklären können, dass Moray eine experimentelle Anlage war, um den Anbau unter verschiedenen Bedingungen auf verschiedenen Terrassen testen zu können.

Nachdem er uns vorgeschlagen hatte, die bestimmt mehr als 50 Meter runter bis zur untersten Terrasse zu klettern und wir zu seinem Entsetzen ja gesagt hatten, war plötzlich „you go down. I will go to the bicycles. They are my main concern here” angesagt. Dabei hätte sich jeder Dieb vermutlich sofort lang gemacht, wenn er versucht hätte zu schalten oder zu bremsen.

Aber egal. Nachdem wir uns also die Inkaanlage genau angesehen hatten ging es weiter.

 

An dieser Stelle möchte ich noch mal darauf hinweisen: wir haben die Tour mit Guide gebucht, weil wir nicht wüssten, wo wir in den Anden langfahren sollten. Fahrrad fahren hätten wir auch alleine geschafft.

Und dieser Guide führte uns dann erst eine Straße entlang. Dann rechts abbiegen auf einen Feldweg. Nach etwa 300 m war der allerdings zu Ende. Einiges „Wait a moment, guys“ – und dann im spitzen Winkel auf einem zweiten Feldweg zurück zur Straße. Wir hätten auch einfach 20 m auf der Straße fahren können.

Aber Willi war sich keines Irrtums bewusst und strampelte selbstgefällig vorneweg. Den Helm hatte er immer verkehrt herum auf dem Kopf (sollte wohl cool sein) und den Sitz so tief eingestellt, dass seine Knie ihm vermutlich unter das Kinn stießen (zeugte von wenig Ahnung vom radeln – an alle Könner: nein, es ging nicht downhill!). Dirk und ich sind einmal einfach stehen geblieben und haben gewartet, wann Mr. Follow Me merkt, dass ihm keiner folgt. Hat ca. einen Kilometer gebraucht…

Dann ging es rechts ab. Und endlich auch eine etwas holprigere Strecke bergab. Nur wurde ich langsam aggressiv, da ich ja ohne Bremse nicht wirklich Gas geben konnte. Nimmt irgendwie den Spaß aus dem Mountainbiken. Während der Abfahrt hatte ich mir schon überlegt, ich verlange mein Geld zurück. Wer schickt denn Kunden mit einem Rad ohne funktionstüchtige Bremsen ins Gebirge? Während ich mich so in meine Überlegungen reinsteigerte endete die Abfahrt. Vor einem Bach. Dahinter war ein bestellter Acker. Aber nichts, was irgendwie fahrbar gewesen wäre.

„You wait here for me“ Und weg war er. Für etwa 15 Minuten. Dann kam er zurück und meinte „this used to be a shortcut“. Nach dem was noch kam beurteilt, war der Weg höchsten ein Shortcut, als es die Anden noch nicht gab!

Zunächst mussten wir die Räder über den Acker schieben. Dann kam eine Senke, ca. 3 Meter tief, 5 Meter breit und wieder 3 Meter hoch. Eigentlich kein Problem – wäre sie nicht komplett mit Schilf, Büschen, Dornen und Ranken zugewachsen gewesen. Aber Willi hat sich todesmutig seine Jacke angezogen, ist in die Dornen gesprungen, hat sein Rad genommen und es rüber getragen. Meinen Einwand, dass doch da links ein zwar etwas weiterer, aber weniger komplizierter Weg sei, hat er ignoriert. Es war nicht nett – aber wir hatten schon leicht die Schnauze voll und haben ihn unsere Räder auch rüber tragen lassen. Kurz darauf ein echter Lichtblick für jeden Mountainbiker. Ein wunderschöner Singletrail. Steil, links ein Abgrund, Steine, Büsche, alles was Adrenalin verursacht. Mir war er zum Teil schon zu steil.

Aber das machte nichts – denn schließlich mussten wir die Räder den Trail ca. 500 m RAUF schieben, statt ihn runter zu fahren. Aarrgh!

Wir waren gerade schiebenderweise 50 m weit gekommen als Willi auffiel „Guys – wait for me here. I forgot my helmet“. Also saßen Dirk und ich nun 10 Minuten in der Sonne, während Willi zurück zu dem Bach lief und seinen Helm holte. Dann weiter den Berg hoch. Mittlerweile war unser Guide völlig außer Puste und rannte auch nicht mehr vorneweg. Ab dem Punkt haben wir auch kein „follow me guys“ mehr gehört.

Am Ende (bzw. eigentlich ja Anfang) des Trails angekommen zeigte sich selbstverständlich nicht die versprochene Straße, sondern einfach Brachland. Also weiter hoch. Irgendwann war Willi der Meinung, er müsse mal wieder die Führung übernehmen. „Wait me here guys“. Und weg war er… Kam nach etwa 20 Minuten zurück, zeigte in eine Richtung und meinte dort sei ein Weg. „We go there, but I go first“. Und schon wieder war er weg…

Ich setzte mich aufs Rad und fuhr in die Richtung, in die unser Guide verschwunden war. Eigentlich kenne ich das so, dass der Guide immer als letztes fährt, falls jemand liegen bleibt. Aber diese Überlegung war hier wohl unbekannt. Mittlerweile blies ein ziemlich kräftiger Wind, so dass ich das Rufen meines Namens fast überhört hätte. Ich hab auch einen Moment gebraucht, um zu begreifen, dass nicht Willi endlich gelernt hatte, was „Thorsten“ ist, sondern dass Dirk hinter mir rief. Als ich zurück zu ihm ging meinte er „Ich hab mich schon gewundert, warum die Felge immer so hart aufsetzt“… Na toll. Ein platter Reifen hatte ja schließlich auch noch gefehlt.

Nachdem ich einmal in den Alpen zum Biken war, hab ich gelernt, dass man immer mindestens einen, besser zwei Ersatzschläuche dabei hat. Flicken dauert viel zu lange und funktioniert auch nicht 100%ig. Ich ahnte aber schon, dass dieses Wissen bei unserem Guide noch nicht so präsent war, wie es sein sollte. Aber zunächst mal mussten wir ihn ja überhaupt erst mal finden. Nach 10 Minuten schieben sahen wir ihn dann auch. Und tatsächlich gab es sogar einen Weg, auf dem Willi grinsend stand und wartete. Als wir bei ihm waren meinte er „we are nearly there. Just a few minutes to Maras“. – Aber Dirk hatte einen Platten…

Ungläubig guckte Williams sich Dirks Rad an und meinte dann „here – you take mine. I am tired anyway“. Ich konnte mir nicht verkneifen zu fragen, ob er denn keinen Ersatzschlauch hätte. Daraufhin ging er nochmal zu Dirks Rad, drückte den platten Reifen zusammen, als müsse er erst mal die Spezifikation feststellen und verneinte dann: „no. This I don’t have“. Ha – als ob er irgendeinen anderen Schlauch dabei gehabt hätte.

Dann bin ich hintenüber gekippt, als er uns noch mitteilte, dass er sowieso noch nicht mal eine Luftpumpe dabei hatte. Wer zum Teufel fährt denn bitte mit Bikes mit mangelhafter Gangschaltung und ohne funktionierende Bremsen ins Gebirge und hat dann nicht mal eine FUCKING LUFTPUMPE dabei???

Ich glaube das jetzt noch nicht…

Der Weg führte dann tatsächlich runter zu den Salzminen von Maras und war auch wieder echt Mountainbike tauglich. Nur konnte mittlerweile keiner mehr so richtig fahren. Ist ja auch schwer mit platten Reifen und ohne Bremsen!

Da es ja nun keine Möglichkeit mehr gab, weiterzufahren, hat Willi einen Kumpel angerufen, der uns mit einem „Privattaxi“ abholen würde. „You don’t have to pay for that“ – Wär ja auch noch schöner!

Als der dann kam hat er mir noch erzählt „you wanna know, what his (Willi`s) nickname is? – Scoobydoo!“ Hätten wir das nur mal vorher gewusst…

 

Irgendwie kamen wir dann tatsächlich zurück zu Heidi-Tours, wo ich dann, mittlerweile richtig sauer, mein Geld zurück gefordert habe. Heidi (oder wie immer sie hieß) hat sich alles angehört und meinte dann, Geld zurück sei keine Option. Wir hätten ja schließlich Moray und Maras gesehen und das mit den Fahrrädern könne passieren. Sie hätten die vorher gecheckt und dann sei das wohl ein Fehler des Herstellers. Nachdem mir dann der Kragen geplatzt ist und ich sie angeschnauzt habe, es sei mir völlig egal, wer letztendlich verantwortlich sei, ich habe schließlich bei Heidi-Tours gebucht bot man mir an, ¼ des Gesamtbetrages zu erstatten. Es sei ja nur mein Rad kaputt gewesen. Dirk hätte mit dem platten Reifen ja nicht fahren müssen.

Aber wir hätten die Tour – die ja bis Urubamba gehen sollte – noch nicht mal zu Ende machen können.

Maximal ¼ – mehr sei nicht drin.

Nachdem wir uns nicht so abspeisen lassen wollten wurden wir Zeuge einer mir bis dato noch relativ unbekannten Verhandlungstaktik. Ich war mehr als 4 Jahre in einer Unternehmensberatung und habe in 1 ½ Jahren Einkauf mit Lieferanten verhandelt, von kooperativ bis zu „wir teilen Preise mit, wir verhandeln nicht“. Aber keiner von meinen Kunden oder Lieferanten hat mich bisher einfach ignoriert. Ganz im Gegensatz zu Heidi. Die irgendwann anfing ein kleines Kind auf dem Arm herum zu tragen, sich mit Kollegen zu unterhalten oder sogar aufzustehen und weg zu gehen. Auch meine Frage, ob denn alle Kunden so behandelt würden wurde … naja, so behandelt: ignoriert.

Irgendwann hieß es, ¼ sei alles, was möglich ist, wenn wir mehr wollten, könnten wir ja die Polizei rufen. Dirk war mittlerweile so genervt, dass er aufgestanden ist und ohne Geld gehen wollte. Ich hab mir dann wenigstens noch die angebotenen 60 Sol = 18 Euro geben lassen und dann sind wir erst mal ein Bier trinken gegangen…

 

Also – sollte irgendwer einmal nach Cusco kommen: bucht bei Heidi-Tours. Top organisiert und total kulant, wenn doch mal was schief gehen sollte.

BS – und M! wie Motorrad

Hola!

Man glaubt es nicht! – aber ich habe tatsächlich auf einem Motorrad gesessen. Und bin sogar gefahren! Wir sind am 11. Oktober relativ früh morgens in Cusco angekommen, haben unsere Zelte aufgebaut und sind dann auch direkt runter (der Zeltplatz liegt auf einem Berg) in die Stadt um die nächsten Tage zu organisieren. Für Dienstag den 16. Oktober hatten wir schon vorher online Tickets für Machu Picchu besorgt. Da wir Montagabend hinfahren wollten, mussten also noch der Freitag, Samstag und Sonntag organisiert werden.

Also los.

Der Lonely Planet hat ein oder zwei der massenhaften Reiseagenturen in Cusco empfohlen und wir wollten der Empfehlung nachkommen. Dummerweise war an der Adresse der ersten Agentur das „Pisco-Museum“ (Pisco ist ein lokaler Schnaps) in dem man maximal eine Pisco-Verkostung machen konnte (was wir am Sonntag ausgenutzt haben), allerdings keine Tagestrips buchen konnte.

Die zweite Adresse war zwar korrekt, aber die Agentur hatte zu. Also sind wir etwas planlos umhergelaufen und schließlich bei Heidi-Tours gelandet, die wir zugegeben hauptsächlich aufgrund des deutschen Vornamens und der Hoffnung auf ordentlichen Service ausgewählt hatten.

Bei Heidi (keine Ahnung, ob die junge Frau asiatischer Abstammung wirklich so hieß) haben wir dann für Freitag eine Moped-Tour gebucht: eine 250er Enduro, eine kopierte Karte der Umgebung mit markierten Sehenswürdigkeiten und eine ausgesuchte, angeblich sehr hübsche Rundstrecke von etwa 200 km. Dazu natürlich Helm, Jacke und Handschuhe. Kostenpunkt pro Person: 120 Sol = 36 Euro.

 

Am Freitag um 9 Uhr standen wir dann auf der Matte – und Heidi-Tours hatte zu. Aber am Ende der Straße wartete jemand von einer benachbarten Agentur auf uns (anscheinend von Heidi beauftragt) und hat uns zwei – wie zu erwarten – ziemlich alte, aber noch halbwegs funktionstüchtige Enduros und auch den Rest übergeben und schon ging es los.

Und diesmal war es tatsächlich gut. Die Mopeds hatten zwar nicht viel Saft, waren aber völlig ausreichend. Und die Strecke durch das heilige Tal war echt ein Erlebnis. Unser Ausgangspunkt Cusco liegt auf ca. 3.400 m, das Tal etwa 600 m tiefer. Und den Höhenunterschied merkt man deutlich. Es ist um einige Grad wärmer im Tal und die Vegetation wird – je weiter man Richtung Machu Picchu fährt – schon fast subtropisch. Aber vor allem ist es schön. Wenn Die Sonne über die Andengipfel ins Tal scheint und man die Kurven erst ins Tal runter und dann wieder Richtung Písac (eine Inkastätte) hoch fährt, hat man wirklich überall eine tolle Aussicht.

Posieren im Sacred Valley

Sacred Valley 1

Sacred Valley 2

Nachdem wir nach etwa den ersten 50 km für den Moment genug Kurven genommen hatten, sind wir nach Písac abgebogen. Zumindest ein bisschen Kultur mitnehmen…

Natürlich gab es außer uns noch ein „paar“ andere Touristen hier, aber es ist mir zumindest gelungen einige Touri-freie Bilder zu schießen.

Inka Písac

Inkaterassen - Písac

Ausblick der Inka - Písac

Terassen - Písac 1

Terassen - Písac 2

Von Písac weiter nach Ollantaytambo – die letzte Inkastätte „vor“ Machu Picchu (zumindest aus unserer Richtung kommend) – streckt sich dann das Tal. Allerdings wurde die Straße nun leider ziemlich gerade. Was ja als Motorradfahrer eher langweilig ist. Außerdem hatten wir ja schließlich Enduros! Also haben wir beherzt eine Brücke über den Urubamba genommen und sind auf der anderen Flussseite den Lehm- und Schotterweg langgefahren. Zugegeben – es war unnötig, langsamer und man hätte auch durchaus auf der Straße bleiben können – aber es hat Spaß gemacht. Und darum sollte es ja gehen.

Querung des Urubamba

Enduro fahren

Nach diesem Mini-Abenteuer sind wir irgendwann dann zurück auf die Straße und weiter bis Ollantaytambo – noch eine Inkastätte. Die waren echt verdammt aktiv, die Inkas…

Hier waren noch mehr Touristen unterwegs. Deswegen hab ich auch nur 2 Fotos von den, der eigentlichen Stätte gegenüberliegenden, Burgen.

Inkaburg im Fels - Ollantaytambo

Andere Inkaburg im Fels - Ollantaytambo

Nach einem Kaffee und einem Sandwich haben wir uns dann wieder auf die Mopeds gesetzt und sind zurück nach Cusco gefahren. Und dieser Teil war der beeindruckenste. Erst mussten wir ein Stück durch das Tal zurück, während die Sonne schon langsam hinter den Bergen verschwand.

Urubamba bei Ollantaytambo

Bei der Stadt Urubamba ging es rechts ab, auf einem anderen Weg nach Cusco als wir gekommen sind. Die Straße schlängelt sich den Berg hoch und man blickt abwechselnd auf den Fluss im Tal, auf die gewundene Straße vor sich und auf schneebedeckte Gipfel gegenüber.

Es gab mittlerweile noch ein paar weitere Momente, aber das war einer, in dem mir klar wurde wie GROSS die Anden sind. Überall massige Berge um mich herum. Das heilige Tal unter mir. Man denkt – wow, das sind die Anden. Irgendwie schon beeindruckender als die Alpen. Und dann erinnert man sich, dass man gerade selber so hoch ist, wie die gletscherbedeckten Gipfel der Skigebiete in den Alpen. Man kommt sich klein vor…

 

Aber der wirklich beeindruckende Teil kam erst noch:

„Die ganze Zeit, während wir bergauf fahren, hat das Licht schon eine besondere Qualität. So klare Luft hab ich bisher selten erlebt. Ich kann mich kaum auf die Straße konzentrieren, weil ich ständig ins Tal und auf die Berge an dessen anderer Seite blicke.

Und dann bin ich oben. Das Motorrad fährt über die letzte Erhebung und ich komme aus dem Schatten des Berges in das Licht der tiefstehenden Sonne. Hier oben – auf vermutlich etwas über 3.000 m wird angebaut. Es könnte ein wenig aussehen, wie Felder in Deutschland, wären da nicht das riesige Tal, die weißen Bergspitzen und diese fast fühlbare Masse der Anden. Nach ein paar weiteren Minuten Fahrt halte ich es nicht mehr aus und halte an. Die Kamera muss ran. Die Motorräder stehen in einer weiten Kurve. Ab und an kommt ein Auto vorbei und ein paar hundert Meter weiter passen ein Mann und eine Frau auf zwei grasende Rinder auf. Ansonsten sind wir alleine hier. Wenn kein Fahrzeug kommt hört man nichts außer dem Wind.

Der Ausblick an sich ist schon unglaublich. Und der weißgoldene Sonnenuntergang macht alles so … plastisch…“

Ich weiß nicht, ob man die Stimmung in den Bildern erkennen kann. Für mich war es ehrlich atemberaubend und auch bei der Weiterfahrt ist mir noch das ein oder andere Mal der Mund unter dem Helm offen geblieben. Eindeutig das bisherige Highlight der Reise.

Irgendwo in den Anden 1

Irgendwo in den Anden 2

Irgendwo in den Anden 3

Irgendwo in den Anden 4

Irgendwo in den Anden 5

 

 

Titicaca

Am 9. Oktober ging es dann weiter von Arequipa zum Titicacasee. Den hab ich eigentlich als relativ unspektakulär empfunden, aber dafür wurde die Gegend endlich wieder farbiger. Aus der unglaublich trockenen, steinig-sandigen Landschaft der Atacama-Wüste tauchte zunächst vereinzeltes Gestrüpp auf. Dann kamen größere Büsche dazu. Kakteen, verdorrte Grasnarben, vereinzelte Blumen. Je näher man an den See kommt, desto mehr Fauna gibt es. Der Anblick der ersten Bäume am See war richtig ungewohnt, nachdem wir fast 4 Wochen lang nur Wüste gesehen hatten.

Blau in Blau am Titicacasee

Der See selbst ist – naja – ein See halt. Groß, tiefblau und auf 3.810 m gelegen. Hübsch anzusehen. Wir sind aber auch nur einmal am Ufer lang bis zur bolivianischen Grenze und zurück gefahren und dann eigentlich direkt weiter nach Cusco.

Titicaca 1

Titicaca 2

Titicaca 3

 

Vielleicht noch als Negativrekord erwähnenswert ist die Stadt Juliaca, durch die man auf dem Weg nach Cusco kommt. Angeblich soll ein „diplomatischer Einheimischer“ einmal Juliaca beschrieben haben als: „wenn Cusco der Nabel der Welt ist, dann ist Juliaca die Achselhöhle“…

Ich würde sagen Juliaca ist mit ABSTAND das abgefuckteste Drecksloch, das ich je gesehen habe. Und die ganze Stadt ist eine einzige Baustelle. Chanaral war hübsch dagegen.

Achselhöhle

Aber wir mussten es ja nur passieren. Was übrigens in einer Stadt ohne jegliche Straßen- oder Richtungsschilder relativ schwierig ist. Ich danke an dieser Stelle meiner Armbanduhr, die einen eingebauten, elektronischen Kompass hat. Sonst hätten wir vermutlich die Strecke von der Achselhöhle über die Rippenbögen bis hin zum Nabel niemals gefunden und müssten unser weiteres Leben unter einem verschwitzten Bauarbeiter-Arm führen.

 

Aber wir sind ja jetzt am Nabel der Welt…

PERU!

Peru!

Am Sonntag den 7. Oktober  haben wir Roberto in Arica verlassen (seine Abschiedsworte waren:” I don’t like it, but I’m gonna miss you. Dirk! Watch out for this motherfucker!“) und sind wie gesagt von einem Colectivo-Fahrer über die Grenze geschleust worden. Kaum auf peruanischer Seite (wirklich 2 Meter hinter dem Schlagbaum) kam die Welcome-SMS vom peruanischen Mobilfunknetzbetreiber…

Von Tacna, dem nächsten Ort hinter der Grenze ging es in einer nervigen, achtstündigen Busfahrt nach Arequipa. Dort haben wir uns erst mal den Montag akklimatisiert (Arequipa liegt auf ca. 2.300 m) und am Dienstag dann tatsächlich unseren Mietwagen bekommen. OK – ein kleines Problem gab es auch dabei. Die reservierte Klasse war nicht mehr vorhanden. Ob es denn ein Problem für uns darstellen würde, wenn wir statt einem Hyundai irgendwas (Golfklasse) einen Pickup bekämen, fragte uns der Mensch bei Europcar. Preis sei selbstverständlich der gleiche. Wir haben versucht möglichst cool zu bleiben und uns nicht zu offensichtlich zu freuen, dass wir jetzt einen echt geländetauglichen Wagen mit Allrad und Ladefläche haben.

Ausblick von der Hostel-Dachterasse

Ansonsten war in Arequipa, was eine echt schöne Stadt ist, eigentlich nur unser Abendessen in einem Dachterrassen-Restaurant mit Ausblick auf die ganze Stadt erwähnenswert. Nachdem wir aufgrund der dünneren Luft deutlich hechelnd im fünften Stockwerk ankamen, hat uns der Kellner erst mal Ponchos gegen die Kälte übergezogen. Als Essen gab es bei mir Alpaka (eine südamerikanische Kamelart) und Dirk hatte das peruanische Nationalgericht: Meerschweinchen.

Während wir auf das Essen gewartet haben, kamen 2 Kellner mit einer großen Kiste lebender Meerschweinchen die Treppe rauf (bestimmt 15 Tiere) und gingen ein paar Minuten später mit einem weniger die Treppe wieder runter.

Nationalgericht Meerschweinchen

Man hat uns dann noch erklärt, dass die Peruaner das Tier mit den Händen essen und wirklich alles verspeisen, inklusive Hirn.

Arequipa war also eindeutig das bisherige kulinarische Highlight.

Sonnenuntergang von der Hostel-Dachterasse