Südafrika!

Bali war leider Gottes vorbei und damit begann der letzte Teil unserer Reise. Und zwar damit, dass wir erst einmal rausfinden mussten, wo genau am Flughafen wir denn den bestellten Mietwagen abholen konnten. Denn niemand hatte uns vorher informiert, dass der Verleih nicht, wie die anderen Firmen, gegenüber dem Flughafen ansässig war, sondern man uns abholen und hinfahren würde. Nach einigem Suchen und Herumtelefonieren klärte sich das aber glücklicherweise und so 2-3 Stunden später saßen wir in dem dicken 4×4 auf dem Weg in die …

 

Rocklands

Vor zwei Jahren waren Dirk und ich schon einmal hier. Und da wir wussten, wie grandios das Bouldern hier ist und wir unsere gesamte Reise schließlich an den Möglichkeiten zu bouldern und zu surfen orientiert hatten, mussten wir auf jeden Fall noch einmal für eine Woche da hin.

Tja – leider waren meine Finger, oder genauer: die Haut an meinen Fingern, vom vielen Surfen so verweichlicht, dass ich mir direkt am ersten Tag an ein paar Stellen Fetzen abgerissen habe. Dementsprechend war in den nächsten Tagen für mich auch nicht mehr so viel mit bouldern. Die meiste Zeit habe ich mich theoretisch mit den Boulder-Problemen auseinander gesetzt. Der einzig ernstzunehmende Versuch war die „Girl on our mind“ – ein Felsblock, der tatsächlich schon seit 2 Jahren in meinem Kopf war. Leider war mir mit den kaputten Fingern auch diesmal ein Erfolg nicht vergönnt. Aber wenigstens habe ich es probiert.

Girl on our Mind - Rocklands

 

Nach 6 Tagen Rocklands begann dann die Rundfahrt durch das südliche Afrika.

 

Augrabies und die Kalahari

Dies ist der einzige Teil der ganzen Reise, den wir mit der großartigen Hilfe meiner Freundin und der miserablen Hilfe eines Reisebüros komplett im Voraus geplant hatten. Da in Afrika die Entfernungen etwas größer sind und man im Zweifel nicht einfach ins nächste Hotel ausweichen kann, wollten wir das lieber vorab reserviert haben. Außerdem würde Dirk Ende April schon nach Hause fliegen und ich noch 6 Wochen alleine reisen. Da war mir auch einfach wohler, wenn bekannt ist, wo ich zumindest sein sollte.

 

Als erster Stopp standen die Augrabies Falls auf dem Programm. Etwas mehr als 100 km westlich von Upington stürzt sich hier der Oranje suizidal 56 Meter in die Tiefe. Der Wasserfall ist leider gar nicht so wahnsinnig eindrucksvoll, wie er auf den Bildern aussieht, die die Google-Bildersuche ausspuckt. Denn die bekannten Bilder, die einen sehr breiten Wasserfall zeigen, stammen alle aus einem Jahr, in dem es ziemliche Überschwemmungen gab. In normalen Zeiten, wie wir sie jetzt haben, ist der Fall schön, aber nicht wirklich beeindruckend.

Augrabies Falls

Besser war da schon der Anblick im Sonnenaufgang.

Augrabies Sunrise

Überall auf den, den Oranje umgebenden, Felsen lagen, saßen, flitzten Klippschliefer herum. Wörtlich hunderte der kleinen, braunen Tiere sonnten sich, fraßen oder schliefen und sahen dabei irgendwas zwischen lustig und niedlich aus.

Klippschliefer

Kurz nachdem die Sonne untergegangen war, kamen dann die Fledermäuse. Riesige Schwärme zogen Richtung Osten über uns hinweg. 10 Minuten und sie waren am Horizont verschwunden. Das gleiche Spektakel wiederholte sich auch am nächsten Abend.

Da die Wasserfälle nicht so viel zu bestaunen boten, dass man damit einen ganzen Tag füllen könnte, sind wir am nächsten Tag noch eine Runde durch den Augrabies National Park gefahren. Es gab ein paar Tiere zu sehen und einen „Wald“ aus Köcherbäumen. Auch hier aber nichts Besonderes zu vermerken.

Klippschliefer im Sonnenaufgang

'Wald' aus Köcherbäumen

 

Nach den Augrabies Falls ging es dann in die Wüste. Wobei die Kalahari im Kgalagadi Transfrontier National Park nicht dem Bild entspricht, dass einen normalerweise beim Wort „Wüste“ in den Sinn kommt. Es sind keine endlosen Sanddünen, keine absolute Dürre mit ein paar Oasen, die sich einem darbieten. Die Kalahari ist an dieser Stelle eine aride Landschaft. Öd, viel Gestein, Sand, aber auch ein wenig Vegetation; hauptsächlich Dornenbüsche und dürre Gräser. Nachdem wir nachmittags dann unsere Zelte aufgebaut haben, sind wir am nächsten Morgen wie gewohnt früh gegen 6 aufgestanden – und waren damit fast die Letzten. Viele andere waren schon dabei ihre Sachen zusammen zu packen. Wir haben uns allerdings nicht weiter irritieren lassen und sind erst gegen 8 Uhr morgens zu unserer Pirschfahrt durch den Park aufgebrochen.

Und nachdem mich ein im Laufe des Tages ein paar Leute gefragt haben, ob wir etwas Interessantes gesehen hätten, muss ich sagen: wir haben richtig Glück gehabt.

Es fing an mit einer ganzen Reihe von Aasfressern, die sich an den Resten eines toten Gnus gütlich taten. Neben dem Schabrackenschakal warteten noch weitere Artgenossen uns eine halbe Kompanie riesiger Geier darauf, ihren Anteil zu bekommen.

Schabrackenschakal beim Festessen

 

Ein nach diesem Tag schon völlig normaler Anblick waren die omnipräsenten Oryx-Antilopen – auch Gemsböcke genannt – und die Springböcke.

Oryx-Antilopen

Springbock

 

Unterwegs konnten wir dann eine Herde von Giraffen an einem Wasserloch beobachten. Gerade bei diesen Tieren wird mir immer wieder klar, dass ich gerade in Afrika bin. Und ich finde sie faszinierend. Trotz ihrer langen Beine und Hälse bewegen sie sich mit einer Eleganz, die mir schon bei 1,8 m Körpergröße abgeht.

Giraffenfamilie

Wobei ich wenigstens lässiger trinken kann…

Trinken ist nicht einfach

 

Auch die Strauße ließen sich einen Auftritt nicht nehmen. Daneben gab es noch Zebras, Riesentrappen und allerlei andere, große und kleine Tiere, von denen in den nächsten Einträgen noch genug Fotos kommen werden.

Gleichschritt

 

Aber einen Auftritt möchte ich dann doch keinem vorenthalten: es war irgendwann um die Mittagszeit, als wir eine ganze Reihe Autos am Rand der Piste stehen sahen. So was deutet ja schon immer ziemlich unmissverständlich auf eine Attraktion hin. Und tatsächlich – der erste Tag in einem Nationalpark und wir haben Löwen gesehen. Wobei sie leider einfach nur faul in der Sonne rum lagen…

Für etwa 5 Minuten…

Dann stand der Löwerich auf, guckte sich einmal um, trottete zur Löwin rüber … und los ging es!

Küssen

Beissen

Nach maximal einer Minute war es aber mit einem leichten Brüllen auch schon erledigt. Nicht so richtig befriedigend vermutlich…

Das dachte sich wohl auch die Löwen-Dame. Denn nach weiteren 5 Minuten stand sie auf und strich verführerisch um den Kerl herum. Der ließ sich natürlich nicht lumpen und bot ihr direkt eine zweite Runde.

Verführung

Runde 2

Danach war er dann allerdings offensichtlich ziemlich ausgelaugt. Nicht viel anders als beim Menschen war dann erst mal Kuscheln angesagt.

Nochmal beissen

Kuscheln

 

Insgesamt war also der Kgalagadi-Park ein voller Erfolg. Was ich da noch nicht wusste – es sollte auch später im Etosha-Park so weitergehen.

 

 

Endlich!

Freitag, der 8. März. Nachdem ich am Abend vorher noch eine der besten Surfsessions meines Lebens hatte, war das Surfen an diesem Morgen eher mit das schlechteste, was ich bisher hatte. Aber ich war eh nur im Wasser, um irgendwie die Zeit bis zum Abend rum zu bekommen. Da Jana meinte, sie wolle abends nichts mehr essen, hab ich dann am Mittag noch eine Portion gebratene Nudeln bestellt. Als sie vor mir auf den Tisch gestellt wurden, stellte ich mit Schrecken fest – da war gut Knoblauch drin. Auch toll so beim ersten Wiedersehen nach einem halben Jahr …

Aber offensichtlich hast Du nichts gemerkt, oder?

Lullaby Bungalows

Etwa anderthalb Stunden, bevor ihr Flieger landen sollte, bin ich dann mit einem Fahrer zum Flughafen. Während der einstündigen Fahrt habe ich so ungefähr 30 mal auf die Uhr gesehen – nicht, dass wir zu spät kämen. Aber – unglaublich und trotzdem wahr – wir waren pünktlich. Ich musste sogar noch ca. 20 Minuten warten, bis auf dem Monitor „landed“ (gelandet) angezeigt wurde.

Dann nochmal warten. Schließlich musste sie ja noch durch die Passkontrolle, das Visum bezahlen, usw. Und ich stand draußen und hab krampfhaft versucht cool zu bleiben. War nicht einfach. Ist mir auch ehrlich gesagt so überhaupt nicht gelungen…

Jedes Mal, wenn jemand um die Ecke kam musste ich mich erst mal wieder beruhigen. Gott – ich hätte nicht geglaubt, dass man so nervös werden kann, wegen einer Frau! (Ich hätte nicht gedacht, dass man überhaupt so nervös sein kann.)

Tja – und als meine Freundin dann durch die Tür kam war aber auch wirklich jeder Rest von Coolness dahin. Hat auch noch ein paar Stunden gedauert, bis ich sie auch nur ansatzweise wiedergefunden habe, meine sonst so im Überfluss vorhandene Nonchalance…

 

Endlich

 

Am nächsten Tag begann der Urlaub von der Weltreise. Braucht man ja auch mal, bei dem Stress, den man hat, wenn man so um die Welt gondelt. Und was für ein Urlaub. Jetzt, im Nachhinein, kann ich die Tage kaum auseinander halten.

Die drei Wochen, die leider auch wieder viel zu schnell vorbei waren, begannen mit einem Tag am Strand und einem Abendessen im Single Fin – dem Lokal, in dem man die kitschigen Sonnenuntergänge sehen kann. Aber diesmal war ich ja wenigstens nicht alleine da.

Im Single Fin

Sunset vom Single Fin aus

 

Am Montag haben wir uns den Uluwatu Tempel angesehen. Eine Tempelanlage, ganz im Süden der Insel. Im Gegensatz zu den buddhistischen Tempeln, wie ich sie z.B. in Bangkok gesehen habe, sind die Hindu-Tempel auch einfach ein Ort, um sich zurück zu ziehen und zu meditieren. Und auch im Gegensatz zu den erstgenannten, sind sie fast gar nicht geschmückt.

Uluwatu

Jana hatte an dem Tag noch ziemlich mit dem tropischen Klima und ein wenig mit dem Jetlag zu kämpfen. So dass wir mittags erst noch am Pool waren. Außerdem war der 11. März der „Nyepi“-Vorabend. Nyepi ist das von den Balinesen gefeierte Neujahr. Ja, genau: das war dann mein drittes Sylvesterfest in 2013. Und endlich eines mit Dir.

Auf Bali lief das allerdings etwas anders ab, als in Sydney. Alle möglichen Gemeinden, Schulen, Gruppen, wer-auch-immer, haben in den Tagen zuvor „Oggo-Oggo“s gebastelt. Große Monster aus Pappmache, die am Nyepi-Vorabend in einem Wettbewerb präsentiert wurden. Mit unserem Motorroller, den wir für die ersten zwei Wochen geliehen hatten, sind wir dann am Abend in den benachbarten Ort gedüst, um uns das Spektakel anzusehen. Und es WAR ein Spektakel. Die Monster sahen richtig furchterregend aus. Auf einem großen Platz standen sie aufgereiht und wurden der Reihe nach der Jury präsentiert. Aber nicht einfach vorgeführt. Nein!

Über scheppernde Lautsprecher wurde zu jedem Oggo-Oggo eine Geschichte erzählt. Leider auf Indonesisch – so können wir nur vermuten, dass es um die Missetaten des Monsters ging. Aber die lautstarken Geräusche, die die Oggos wohl gemacht haben sollten, wie z.B. ein „Wuuuaaahaaahaaahaaaa!“ oder ein laut gebrülltes „OOhooohoooooo!“, und die nun über die Lautsprecher in die Geschichten eingeflochten wurden, waren schon sehr amüsant.

Oggo Oggo

Der Nyepi-Tag selber ist auf Bali ein absoluter Ruhetag. Jegliche Art von Lärm, Arbeit, Reisen oder Vergnügen sind verboten. Und zwar wirklich verboten. Es war nicht erlaubt, die Anlage zu verlassen und nachts durfte kein elektrisches Licht gemacht werden. Germaine, die junge Besitzerin der Lullaby Bungalows, erzählte, dass sie vor ein paar Jahren mal Surfer als Gäste hatten, die an dem Tag dachten „Ha – dann gehen wir surfen. Dann ist ja kein anderer im Wasser“. Endete damit, dass die Polizei sie am Strand erwartete und sie einen Tag später die Tempel im Dorf fegen mussten.

Wir waren da deutlich vernünftiger und haben schlicht und einfach den ganzen Tag auf kitschigste Art und Weise gemeinsam am und im Pool verbracht. Abends haben wir noch zusammen mit unseren Gastgebern gegessen (wir waren die einzigen Gäste an dem Tag).

 

Das nächste Highlight war dann das Abendessen in Jimbaran. In dem Ort gibt es eine ganze Menge an Fischrestaurants. Man sucht sich den Fisch oder die Krustentiere vorher aus und bekommt sie dann nach Wunsch zubereitet serviert. Dabei steht der Tisch direkt am Strand im Sand. Man blickt auf das Meer in den Sonnenuntergang und mit dem richtigen Motiv bekommt man neben der ganzen Romantik auch noch ziemlich gute Fotos. Tja – Jana war definitiv das richtige Motiv – und Romantik gab es sowieso im Überfluss. Danke, Baby.

Dinner-Tisch bei Jimbaran

Ohne weitere Worte

Romantik in Jimbaran

 

Irgendwo in den vorbeifliegenden Tagen waren wir auch an den verschiedenen Stränden. Ich hatte meistens mein Surfbrett dabei und bin zwischendurch mal für eine Session ins Wasser gegangen. Wir sind mit dem Mofa rumgefahren und haben uns den Südzipfel der Insel angesehen. Zwei Mal haben wir versucht shoppen zu gehen. Am ersten Tag (am Tag nach Nyepi) waren die meisten Geschäfte noch geschlossen. Beim zweiten Versuch hat Jana, bis auf das Maßschneidern lassen einer Bluse, irgendwie keinen Shopping-Erfolg feiern können. Dafür hatte ich jetzt zwei neue Hosen, obwohl ich eigentlich Garnichts kaufen wollte. Irgendwie ist da wohl etwas schief gelaufen…

Auf dem Weg nach Balangan

Balangan Beach

 

An ein paar Tagen haben wir uns einen Fahrer genommen, um den Nordteil der Insel zu erkunden. In Ubud haben wir den Affenwald besucht. Die auf Bali lebenden kleinen, grauen Tiere sind dort in ziemlicher Anzahl vorhanden und schon reichlich unbeeindruckt, von den Touristenmassen, die sie jeden Tag begaffen. Trotzdem war es nett dort.

An einem anderen Abend haben wir uns im Uluwatu-Tempel den dort aufgeführten Tempeltanz angesehen. Eine Mischung aus Theater und Tanz. Untermalt wurde die kostümreiche Vorführung von einem reinen Männerchor, der allerdings eher einen steten Rhythmus in abgehackten Tönen vorgegeben hat, als wirklich zu singen. Die Story der Aufführung war – nun ja – unvollständig. Eine wilde Geschichte um eine Prinzessin, die von einem Riesen entführt wird. Ihr Prinz und dessen Bruder (oder war es ihrer?) wollen sie retten und bekommen dabei Hilfe von einem magischen Vogel, der allerdings nichts wirklich tut, und von einem weißen Affenkönig, welcher der gefangenen Prinzessin einen Ring des Prinzen bringt, als Symbol, dass der ihn geschickt hat. Er will zum Prinzen zurück und wird dabei von den Riesen gefangen genommen. Da er die Festung der Riesen halb geschleift hat, sind die natürlich entsprechend übel gelaunt und wollen King Lui verbrennen. Da der Affenkönig allerdings magische Fähigkeiten hat, kann er nicht verbrannt werden. Punkt. Schluss. Keine Ahnung, was aus der Prinzessin und ihrem Prinzen geworden ist, oder was der König der Lianenschwinger als nächstes zu tun gedenkt.

Aber dafür waren die Kostüme sehenswert und die Aufführung mal was anderes, als Theater oder ähnliches bei uns.

Tempeltanz

 

Die Zwillingswasserfälle von GitGit standen ebenso auf dem Touri-Programm, wie auch die größten Reisfelder Balis weit im Norden der Insel. Und auch, wenn ich ja normalerweise nicht so auf den Touristenteil stehe – irgendwie ist es anders, wenn man das mit seiner Freundin macht. Die Reisfelder haben mich dabei übrigens am meisten beeindruckt. Ewig große, grüne Terrassen. Bergauf und Bergab. Soweit man gucken kann.

GitGit Twin Falls

Reisfelder im Norden Balis

 

Einen Abend war Germaines Mann so nett, uns mit seinem kleinen Boot in den Sonnenuntergang mitzunehmen. Wir sind die Küste rauf und runter gefahren und konnten uns Bali mal vom Wasser aus ansehen. Die ganzen Surfspots, den Uluwatu Tempel, das Single Fin mal von der anderen Seite. Es war toll. Und schon wieder so verdammt kitschig. Oder?

Bootsfahrt

 

Die letzten fünf Tage sind wir noch einmal umgezogen und haben in einer etwas nobleren Bungalow-Anlage im Dschungel im Nordwesten gewohnt. Der Gegensatz der relativen Abgeschiedenheit in den Bergen zur Hektik und den Stränden war angenehm. Aber leider ging mit dem erhöhten Nobelfaktor auch das persönliche und intensive, was wir in den Lullaby Bungalows hatten. Uns beiden hat die erste Anlage deutlich besser gefallen.

Highlight der Tage in den Taman Wana Villas & Spa – wie die Anlage in den Bergen hieß – war der Schnorchelausflug. Eine unglaubliche Vielfalt an Fischen, klares Wasser mit 20 Meter Sicht und mehr bei Temperaturen wie in einer Badewanne. Wir waren begeistert. Ich zitiere hier Jana mit „das war wie ‚Findet Nemo‘ – nur in echt“.

Ansonsten war noch der Infinity-Pool der Anlage erwähnenswert, von dem es zum Abschluss hier noch ein Bild gibt.

 

Taman Wana Pool

 

Ich bin drei Wochen lang auf Wolke sieben, acht und neun gleichzeitig gelaufen! Und das war definitiv der schönste Urlaub, den ich bisher hatte. Dank Dir, Baby.

Ich liebe Dich!

 

 

 

Indonesien!

Bali! Ich war da. Auf der Insel, wo ich nach 6 verflucht langen Monaten endlich Jana wiedersehen würde.

 

Aber zunächst mal holte der Fahrer von den „Lullaby Bungalows“ mich alleine am Flughafen Denpasar ab. Denn die erste Woche musste ich noch solo verbringen. Nach ca. einer Stunde Fahrt kam ich dann ganz im Süden der Insel an der kleinen Bungalow-Anlage an. Nur vier achteckige Hütten, ein kleiner Pool und ein echt hübsch angelegter tropischer Garten dazwischen.

Als ich in meine Unterkunft für die nächsten 3 Wochen kam, war es schon fast nicht mehr auszuhalten. Ein Doppelbett mit Moskitonetz darüber, aufgerollte Handtücher darauf, Blütenblätter zur Deko, eine private Open-Air-Außendusche zwischen Palmen und Farnen, dezente Beleuchtung, …

Wenn ich meine Freundin bis hierher nicht schon so unglaublich vermisst hätte – jetzt wäre es soweit gewesen.

 

Aber wie gesagt – erst einmal eine Woche alleine. Die meiste Zeit dieser Woche habe ich mit surfen verbracht. Ich war selbst ziemlich überrascht, wie gut es klappte. Die Ausdauer zum Paddeln hätte ich nicht erwartet. Und mit dem 6‘4‘‘er Brett waren endlich auch mal die ersten Ansätze zu CutBacks möglich.

Die ersten 3 Tage bin ich mit dem Surflehrer, den sich 2 Australierinnen, die auch in den Bungalows schliefen, angeheuert hatten, und den Beiden, die verschiedenen Strände abgefahren. Super Sache – so wusste ich wenigstens direkt, wie ich wohin komme.

Abends habe ich dann schon mal die möglichen Restaurants getestet, in die ich dann mit Jana gehen könnte. So auch das ‘Single-Fin‘. Eine wirklich schön gelegene Mischung aus Bar und Restaurant, hoch über dem Surfspot Uluwatu. Beim Abendessen auf der Terrasse konnte man die Surfer im Sonnenuntergang beobachten. Und Uluwatu ist ein Spot, an dem eher die Leute surfen, die wissen, was sie tun. Es gab also was zu sehen.

Beim ersten Mal war ich schon fast im Dunkeln dort und habe nur gegessen. Ein paar Tage später wollte ich früher hin. Leider hatte es noch geschlossen, so dass ich in eins der anderen zahlreichen Warungs (simple, balinesische Cafes und/oder Essensbuden) bin, eine Coke bestellt habe und mir nur den Sonnenuntergang angesehen habe.

 

Eine absolute Scheiß-Idee! Die totale Pärchen-Sache! Unglaublich, wie kitschig so ein Sonnenuntergang sein kann! Ich kann nur allen raten, die 6 Monate von ihrer Freundin getrennt verbringen müssen und dann noch eine Woche auf Bali warten müssen: guckt Euch nicht alleine den Sonnenuntergang bei Uluwatu an. Un-er-träg-lich!

 

Völlig deprimiert bin ich dann noch woanders essen gewesen und hab mich alleine unters Moskitonetz ins Bett gelegt.

Zum Glück waren es ja nur noch ein paar Tage. Noch ein paar Mal skypen mit Hamburg und dann war es soweit. Jana stieg in den Flieger zu mir. Endlich!

Eine verlassene Insel (voller Kletterer)

Hallo Zusammen!

Ich weiß, es ist schon eine Weile her, seit meinem letzten Eintrag. Jana hat mir auch auf Bali ständig in den Ohren gelegen, ich sollte noch meinen Eintrag schreiben über Vietnam, damit wir dann zusammen einen Eintrag zu Bali schreiben können. Aber ich habe irgendwie viel lieber meine Zeit mit ihr verbracht, als darüber zu schreiben, wie ich meine Zeit mit ihr verbringe.

 

Jetzt ist Bali leider schon Vergangenheit. Aber dafür kann ich endlich über unsere letzte Station in Vietnam schreiben.

Nachdem wir die Höhle und ich auch noch den Nationalpark besucht hatten, haben Dirk und ich uns in einen Nachtzug nach Norden gesetzt und sind mit schmerzenden Hintern erst in Hanoi wieder ausgestiegen. Von da ging es mit Taxi, Bus, Bus, Boot und nochmal Bus auf das, zu dem Zeitpunkt kurz nach Tet, ziemlich verwaiste Cat Ba Island. Cat Ba ist eine recht große Insel vor der vietnamesischen Nordküste, am Rande der Ha Long Bucht. Wie ich bestimmt schon einmal erwähnt habe, wollten wir dort zum Deep Water Solo hin – Klettern über Wasser ohne Seil.

Tja – als wir ankamen erfuhren wir als erstes, dass die Tiden im Moment relativ ungünstig waren. Genau genommen sogar so ungünstig, dass DWS (Deep Water Solo) eigentlich nur so zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens möglich war. Na super … Aber angeblich so am nächsten Montag oder so – also in einer Woche.

Dafür sind wir dann am nächsten Morgen mit einer Gruppe los zum Klettern in der Bucht. Lässig entspannt ging es mit einem Boot in die Bucht, bis wir an den ziemlich kleinen Moody’s Beach kamen.

Moodys Beach

Während die anderen Teilnehmer (alles noch Kletteranfänger) sich erklären ließen, wie das so alles funktioniert mit dem Seil und den Gurten und so, sind Dirk und ich abwechselnd alle vorhandenen Routen hoch gestiegen.

Klettern über Moodys Beach

Nach einem Mittagessen auf dem Boot haben uns die Jungs von Slo Pony (dem Veranstalter) ein Kanu dagelassen, damit wir am Nachmittag auch zum gegenüberliegenden Tiger Beach wechseln konnten, um dort noch zu klettern. Die anderen sind zum Kajaken in einen anderen Teil der Bucht gefahren.

Von Kletterspot zu Kletterspot

Mit, vom ziemlich scharfkantigen Fels, schmerzenden Fingern haben wir am nächsten Tag einfach mal Garnichts gemacht. Da mit DWS immer noch nix war, ging es dann am Mittwoch und Donnerstag ins Butterfly Valley. Einem hübschen Tal im Inselinneren mit einer noch viel hübscheren Felswand, an der es noch ein paar Herausforderungen gab. Mit einer Wegbeschreibung a la „wenn die Straße sich gabelt, nehmt ihr den dunkleren Teil des Weges“ bewaffnet, haben wir uns zwei Motorroller gemietet und sind stilecht über Schotter und durch Dörfer gedüst, auf der Suche nach dem sagenumwobenen Tal der Schmetterlinge. Wir haben es sogar gefunden und es gab auch tatsächlich noch einiges zu klettern.

Butterfly Valley

Noch ein Pausentag und nochmal im Tal klettern gehen.

Da wir nun bei der weltbekannten Ha Long Bucht waren, wollte ich auch nicht abreisen, ohne sie einmal etwas detaillierter gesehen zu haben. Also haben wir eine Tagestour durch die Bucht gebucht. Wider Erwarten hielt sich der touristische Faktor sehr in Grenzen. Vermutlich, da die Touristensaison noch nicht begonnen hatte und fast nur Kletterer dabei waren. Mit einer sehr angenehmen Gruppe sind wir dann durch wörtlich hunderte von Kalksteinfelsen geschippert. Wenn man sich hier nicht auskennt, kann man sich vermutlich wirklich leicht verirren. Überall ragen die, mit tropischem Bewuchs gekrönten, Felsen aus dem Wasser. Häufig erinnern sie in der Form an eine Eierhälfte oder Zuckerhüte. Aber auch bizarrere Formen waren nicht selten. Felsnadeln, die aus dem ruhigen Wasser ragen; Bögen aus Stein; Überhänge, an denen man – bei richtiger Tide – wunderbar klettern könnte.

Ha Long I

Verkehr in Ha Long

Allerdings war es kalt. Eindeutig auch zu kalt um mit Freuden vom Fels ins Wasser zu platschen. Hier im Norden von Vietnam war gerade die Regenzeit zu Ende und das Frühjahr hatte noch nicht richtig begonnen. Leicht frierend hielten wir dann am Strand von Monkey Island – einer kleinen Insel, auf der es – wer hätte das gedacht – Affen gab. Wobei die größeren Affen vermutlich wir waren. Denn anscheinend waren wirklich alle Teilnehmer Kletterer. Zumindest sind alle direkt auf die Felsen geklettert, von denen man einen guten Ausblick über die Insel und die ganze Ha Long Bucht hatte.

Monkey Island

Ha Long Bucht von Monkey Island aus

 

Nach einer weiteren Stunde faszinierender Fahrt durch das verdientermaßen zum Weltnaturerbe erklärte Gebiet, durften wir kurz in ein Kajak steigen und danach gab es Mittagessen. Wir hatten schon erwartet, gerade beim Essen eher etwas „gewöhnungsbedürftiges“ vorgesetzt zu bekommen, wie es in Asien öfter der Fall ist. Aber von dem, auf dem Boot servierten, Fisch, Seafood, Reis und Salat waren wir sehr positiv überrascht.

Ha Long II

Nach dem Essen stand noch der Besuch einer Fischfarm auf dem Programm. Die Fischfarmen hier waren kleine Hütten auf Pontons und ins Wasser hängende Netze, deren obere Ränder an schwimmenden Stegen und/oder Tonnen festgemacht waren. Dutzende dieser Hütten und Stege bildeten ganze schwimmende Komplexe auf dem Wasser, auf denen die Fischfarmer mit ihren ganzen Familien lebten. Sogar Hunde liefen darauf hin und her und sprangen irgendwann ins Wasser um 10 Minuten zum nächsten Strand zu paddeln, wenn sie mal mussten.

Eine völlig andere Art zu leben.

Fischfarmen

 

Auf dem Rückweg begegnete uns noch eine ziemlich coole Dschunke, wobei ich ehrlich gesagt nicht weiß, ob diese Art Boot hier tatsächlich noch benutzt wird, oder nur für Touristen durch die Bucht segelt.

Dschunke

 

Nachdem wir ja am Anfang gehört hatten, Montag könnten wir noch DWS klettern, hieß es dann am Wochenende „naja – geht schon. Aber nur so bis 8 Uhr morgens. Und irgendwie hatten weder Dirk noch ich am Ende Lust, um 5 Uhr aufzustehen, nur um zwei Stunden DWS zu klettern und uns bei ca. 15 Grad Außentemperatur und einer mit Sicherheit noch niedrigeren Wassertemperatur den Hintern abzufrieren. So ging es am Ende dann am Montag nach Hanoi, wo wir den Dienstag noch in der Stadt verbracht haben.

Am Mittwoch, den 26.2. ging mein Flieger nach Kuala Lumpur. Da die Stadt tatsächlich außer den Petronas Towers meines Erachtens mal so gar nichts zu bieten hat, bekommt sie hier auch keinen separaten Eintrag. Am Donnerstag den 1. März ging es – endlich – nach Bali. Das wurde aber auch so was von Zeit langsam, das war schon fast nicht mehr auszuhalten!