BS – und M! wie Motorrad

Hola!

Man glaubt es nicht! – aber ich habe tatsächlich auf einem Motorrad gesessen. Und bin sogar gefahren! Wir sind am 11. Oktober relativ früh morgens in Cusco angekommen, haben unsere Zelte aufgebaut und sind dann auch direkt runter (der Zeltplatz liegt auf einem Berg) in die Stadt um die nächsten Tage zu organisieren. Für Dienstag den 16. Oktober hatten wir schon vorher online Tickets für Machu Picchu besorgt. Da wir Montagabend hinfahren wollten, mussten also noch der Freitag, Samstag und Sonntag organisiert werden.

Also los.

Der Lonely Planet hat ein oder zwei der massenhaften Reiseagenturen in Cusco empfohlen und wir wollten der Empfehlung nachkommen. Dummerweise war an der Adresse der ersten Agentur das „Pisco-Museum“ (Pisco ist ein lokaler Schnaps) in dem man maximal eine Pisco-Verkostung machen konnte (was wir am Sonntag ausgenutzt haben), allerdings keine Tagestrips buchen konnte.

Die zweite Adresse war zwar korrekt, aber die Agentur hatte zu. Also sind wir etwas planlos umhergelaufen und schließlich bei Heidi-Tours gelandet, die wir zugegeben hauptsächlich aufgrund des deutschen Vornamens und der Hoffnung auf ordentlichen Service ausgewählt hatten.

Bei Heidi (keine Ahnung, ob die junge Frau asiatischer Abstammung wirklich so hieß) haben wir dann für Freitag eine Moped-Tour gebucht: eine 250er Enduro, eine kopierte Karte der Umgebung mit markierten Sehenswürdigkeiten und eine ausgesuchte, angeblich sehr hübsche Rundstrecke von etwa 200 km. Dazu natürlich Helm, Jacke und Handschuhe. Kostenpunkt pro Person: 120 Sol = 36 Euro.

 

Am Freitag um 9 Uhr standen wir dann auf der Matte – und Heidi-Tours hatte zu. Aber am Ende der Straße wartete jemand von einer benachbarten Agentur auf uns (anscheinend von Heidi beauftragt) und hat uns zwei – wie zu erwarten – ziemlich alte, aber noch halbwegs funktionstüchtige Enduros und auch den Rest übergeben und schon ging es los.

Und diesmal war es tatsächlich gut. Die Mopeds hatten zwar nicht viel Saft, waren aber völlig ausreichend. Und die Strecke durch das heilige Tal war echt ein Erlebnis. Unser Ausgangspunkt Cusco liegt auf ca. 3.400 m, das Tal etwa 600 m tiefer. Und den Höhenunterschied merkt man deutlich. Es ist um einige Grad wärmer im Tal und die Vegetation wird – je weiter man Richtung Machu Picchu fährt – schon fast subtropisch. Aber vor allem ist es schön. Wenn Die Sonne über die Andengipfel ins Tal scheint und man die Kurven erst ins Tal runter und dann wieder Richtung Písac (eine Inkastätte) hoch fährt, hat man wirklich überall eine tolle Aussicht.

Posieren im Sacred Valley

Sacred Valley 1

Sacred Valley 2

Nachdem wir nach etwa den ersten 50 km für den Moment genug Kurven genommen hatten, sind wir nach Písac abgebogen. Zumindest ein bisschen Kultur mitnehmen…

Natürlich gab es außer uns noch ein „paar“ andere Touristen hier, aber es ist mir zumindest gelungen einige Touri-freie Bilder zu schießen.

Inka Písac

Inkaterassen - Písac

Ausblick der Inka - Písac

Terassen - Písac 1

Terassen - Písac 2

Von Písac weiter nach Ollantaytambo – die letzte Inkastätte „vor“ Machu Picchu (zumindest aus unserer Richtung kommend) – streckt sich dann das Tal. Allerdings wurde die Straße nun leider ziemlich gerade. Was ja als Motorradfahrer eher langweilig ist. Außerdem hatten wir ja schließlich Enduros! Also haben wir beherzt eine Brücke über den Urubamba genommen und sind auf der anderen Flussseite den Lehm- und Schotterweg langgefahren. Zugegeben – es war unnötig, langsamer und man hätte auch durchaus auf der Straße bleiben können – aber es hat Spaß gemacht. Und darum sollte es ja gehen.

Querung des Urubamba

Enduro fahren

Nach diesem Mini-Abenteuer sind wir irgendwann dann zurück auf die Straße und weiter bis Ollantaytambo – noch eine Inkastätte. Die waren echt verdammt aktiv, die Inkas…

Hier waren noch mehr Touristen unterwegs. Deswegen hab ich auch nur 2 Fotos von den, der eigentlichen Stätte gegenüberliegenden, Burgen.

Inkaburg im Fels - Ollantaytambo

Andere Inkaburg im Fels - Ollantaytambo

Nach einem Kaffee und einem Sandwich haben wir uns dann wieder auf die Mopeds gesetzt und sind zurück nach Cusco gefahren. Und dieser Teil war der beeindruckenste. Erst mussten wir ein Stück durch das Tal zurück, während die Sonne schon langsam hinter den Bergen verschwand.

Urubamba bei Ollantaytambo

Bei der Stadt Urubamba ging es rechts ab, auf einem anderen Weg nach Cusco als wir gekommen sind. Die Straße schlängelt sich den Berg hoch und man blickt abwechselnd auf den Fluss im Tal, auf die gewundene Straße vor sich und auf schneebedeckte Gipfel gegenüber.

Es gab mittlerweile noch ein paar weitere Momente, aber das war einer, in dem mir klar wurde wie GROSS die Anden sind. Überall massige Berge um mich herum. Das heilige Tal unter mir. Man denkt – wow, das sind die Anden. Irgendwie schon beeindruckender als die Alpen. Und dann erinnert man sich, dass man gerade selber so hoch ist, wie die gletscherbedeckten Gipfel der Skigebiete in den Alpen. Man kommt sich klein vor…

 

Aber der wirklich beeindruckende Teil kam erst noch:

„Die ganze Zeit, während wir bergauf fahren, hat das Licht schon eine besondere Qualität. So klare Luft hab ich bisher selten erlebt. Ich kann mich kaum auf die Straße konzentrieren, weil ich ständig ins Tal und auf die Berge an dessen anderer Seite blicke.

Und dann bin ich oben. Das Motorrad fährt über die letzte Erhebung und ich komme aus dem Schatten des Berges in das Licht der tiefstehenden Sonne. Hier oben – auf vermutlich etwas über 3.000 m wird angebaut. Es könnte ein wenig aussehen, wie Felder in Deutschland, wären da nicht das riesige Tal, die weißen Bergspitzen und diese fast fühlbare Masse der Anden. Nach ein paar weiteren Minuten Fahrt halte ich es nicht mehr aus und halte an. Die Kamera muss ran. Die Motorräder stehen in einer weiten Kurve. Ab und an kommt ein Auto vorbei und ein paar hundert Meter weiter passen ein Mann und eine Frau auf zwei grasende Rinder auf. Ansonsten sind wir alleine hier. Wenn kein Fahrzeug kommt hört man nichts außer dem Wind.

Der Ausblick an sich ist schon unglaublich. Und der weißgoldene Sonnenuntergang macht alles so … plastisch…“

Ich weiß nicht, ob man die Stimmung in den Bildern erkennen kann. Für mich war es ehrlich atemberaubend und auch bei der Weiterfahrt ist mir noch das ein oder andere Mal der Mund unter dem Helm offen geblieben. Eindeutig das bisherige Highlight der Reise.

Irgendwo in den Anden 1

Irgendwo in den Anden 2

Irgendwo in den Anden 3

Irgendwo in den Anden 4

Irgendwo in den Anden 5

 

 

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