Südafrika zum Zweiten!

Und zum Letzten.

Nachdem ich die Leopardenfrau schweren Herzens im Moremi-Reservat zurücklassen musste, bin ich mit ein paar Zwischenstationen zurück nach Südafrika gefahren. Am 28. Mai ging es über die Grenze. Kurz vorher hatte ich mich noch einmal schön blitzen lassen und mir einen botswanischen Strafzettel abgeholt.

Den konnte ich allerdings nicht direkt bei den Beamten bezahlen, sondern sie meinten, ich solle zur Wache in die Stadt fahren und dort bezahlen. Nachdem ich den beiden glaubwürdig klargemacht hatte, dass ich schon nur mit dreimal Fragen die Straße aus der Stadt hinaus gefunden hatte und so meine Probleme haben würde, jetzt auch noch die Polizeiwache zu finden, hat der eine dann gesagt, am Grenzübergang, den ich nehmen wollte, gäbe es eine Polizeistation und ich könne dort bezahlen. Also bin ich weiter und habe die Grenze gesucht. Auch dabei habe ich mich dann noch ein paar Mal verfahren. Glücklicherweise war ich dabei in so kleinen Dörfern unterwegs, dass wenigstens auch kein Mensch mehr Englisch sprach. Aber es gibt ja noch Hände und Füße. Irgendwie hat man mir dann klargemacht, dass ich an der letzten Kreuzung hätte rechts abbiegen müssen. Nachdem ich die Grenze endlich gefunden hatte, wollte ich wenigstens noch meine Staatsschulden begleichen. Nicht, dass bei meinem nächsten Besuch in ein paar Jahren ein internationaler Haftbefehl auf meinen Namen vorliegt.

Tja – nur blöd, dass es natürlich keinen einzigen Polizisten dort gab. Die Grenzbeamtin hat nur mit den Schultern gezuckt und gegrinst, als ich ihr mein Problem erklärt habe. „Expect them to be waiting for you, when you come next time“ (Rechne damit, dass sie auf Dich warten, wenn Du das nächste Mal kommst)… Also über die Grenze ohne zu bezahlen.

Nachdem ich aus Botswana heraus war, kam wieder ein Stückchen Niemandsland und dann die südafrikanische Grenze. Das Niemandsland war ungefähr so breit wie ein Fluss – also so 10 Meter. Genau die Breite von dem Fluss, durch den ich hindurch musste. Nicht noch mal! Ein wenig angespannt lenkte ich also den Wagen mal wieder ins Wasser. Vorher hatte man mit noch gesagt, ich solle in einem Bogen durch den Fluss fahren. NEIN! – Das kam mir doch irgendwie bekannt vor…

Diesmal hat es dann aber zum Glück ohne weitere Probleme geklappt und ich war wieder in Südafrika – dem letzten Land der ganzen Reise.

 

Zunächst stand ein Besuch im Mapungubwe Nationalpark auf der Liste. Der war so unspektakulär, dass ich ihn hier einfach auslasse. Danach ging es am 30. Mai in den Krugerpark.

Spielende Elefanten

Aus meiner Sicht war das schon fast eine Art Resozialisationstraining. Der größte der südafrikanischen Nationalparks ist Massentourismus. Auf ein oder zwei der Campsites musste ich echt nach einem freien Stellplatz suchen – und es ist noch Nebensaison. Ein paar Mal, wenn es etwas Besonderes zu sehen gab (z.B. die Löwenmama mit ihrem Jungen), standen so viele Autos auf der Straße, dass es einen Verkehrstau gab.

Löwenmama

Allerdings waren diese Gelegenheiten leider eher selten. Der Krugerpark ist auf großen Flächen zumindest so dicht mit Bäumen und Gebüsch bewachsen, dass man die Tiere nur relativ schwer beobachten kann. Selbst Elefanten verschwinden aus dem Blick, sobald sie ein paar Meter von der Straße weg sind.

Aber wenn man eine ganze Woche dort zubringt, bekommt man schon noch ein paar Gelegenheiten für Beobachtungen oder hübsche Fotos.

Affenmama

Und das ich schon so ziemlich alles aus der Tierwelt gesehen hatte und mir auch bei längerem Nachdenken nichts einfiel, was ich unbedingt noch hätte sehen wollen, war ich relativ entspannt und habe einfach über das gefreut, was sich mir bot.

Das waren zum Beispiel, im Gegensatz zu den anderen Parks, ziemlich viele Paviane. An einer Stelle saß ich bestimmt 10 Minuten im Auto und eine Horde der Affen überquerte vor mir die Straße. Immer mehr und mehr. Und jedes Mal, wenn ich dachte, das war es jetzt, kamen noch weitere aus dem Gebüsch. Danach habe ich die ganze Zeit das Kinderlied von den durch den Wald rasenden Affen vor mich hin gesungen.

Pavianhorde

Lausen

 

Außerdem hatte ich bei einigen Tieren, insbesondere allerdings bei den Elefanten, den Eindruck, hier gäbe es eindeutig größere Exemplare, als ich sie bisher zu Gesicht bekommen hatte. Die Elefanten haben sich im Krugerpark sowieso immer ziemlich präsentiert. Ein oder zwei Mal bin ich quasi mitten durch eine Herde gefahren und habe warten müssen, bis sie hinter, vor und neben mir vorbeigelaufen waren. Und ein klein bisschen nervös wird man schon, wenn man daran denkt, dass die Viecher mit den langen Nasen kräftig genug sind, um locker ein Auto umzuwerfen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Groß

Relaxen

 

 

Ansonsten habe ich noch gelernt, dass Krokodile anscheinend nicht viel anderes tun, als in der Sonne zu faulenzen, ach Hippos mal klein anfangen und Vögel gerne mal stolzieren oder Taxi fahren.

Faulenzen

Auch Hippos fangen klein an

Stolzieren

Vogeltaxi

 

Am vorletzten Tag hatte ich noch das Glück, Geparden, die ich ja bisher nur in der Aufzuchtstation in Namibia gesehen hatte, in freier Wildbahn zu sehen. Sie waren ziemlich im Unterholz versteckt und selbst, als mir ein andere Autofahrer gezeigt hatte, wo sie sind, brauchte ich noch eine Minute, bis ich sie wirklich gesehen hatte. Ich habe keine Ahnung, wer und wie derjenige es geschafft hat, sie überhaupt zu entdecken.

Geparden in freier Wildbahn

 

Insgesamt war der Krugerpark als Abschluss schon in Ordnung, aber es ist kein Park, wo ich sagen würde, da muss ich noch einmal hin. Und allen, die noch nicht im südlichen Afrika waren, würde ich viel eher zum Kgalagadi-Park oder zu Etosha raten, als zum Krugerpark.

 

Abends im Krugerpark

 

 

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