Erindi!

Am Tag der Arbeit bin ich dann von Swakopmund ins Erindi Game Reserve gefahren. Ein privates Tierreservat nord-östlich der Stadt. Um das direkt vorweg zu schicken: sonderlich beeindruckend war es nicht. Man merkte deutlich, dass es ein privates und kein staatliches Reservat war. Jeder Campingstellplatz hatte eine private Dusche/WC, Herdplatten, Wasserkocher und Kühlschrank. Auch die Gäste hier waren anders – deutlich mehr auf Urlaub als auf Safari aus. Wenn wir im Kgalagadi-oder Etosha-Park um 6 Uhr aufgestanden sind, hatten wir schon das Gefühl spät dran zu sein, weil viele andere schon ihre Sachen packten. Hier bin ich um 7 Uhr aufgestanden und war der erste der Wach war. Und auch der jüngste, der den Rest des Tages über wach war.

Hippos beim Kuscheln

Tiermäßig fing es mit einem Liebespärchen Nilpferde am Wasserloch direkt am Campingplatz schon mal gut an. Es steigerte sich dann noch mit einem relaxenden Krokodil. Und viel dann extrem stark ab, als ich zu meiner ersten Rundfahrt gestartet bin. Eigentlich habe ich in den zwei Tagen kaum Tiere gesehen. Es gab eine Antilopenart, die ich noch nicht kannte (die Wasserböcke) und ein paar weitere Hippos an einem anderen Wasserloch, aber damit erschöpfte es sich dann auch schon.

Wasserbock

Aber da wir so von Glück gesegnet waren, was die Tierwelt angeht, bisher, war ich ziemlich entspannt. Bis mir am zweiten Tag der Reifen platzte und ich eine viertel Stunde auf plattem Reifen zurück ins Camp rollen musste und mir später für ca. 100 EUR einen Neuen kaufen musste. Aber im großen und ganzen war Erindi schon OK.

Abendstimmung

 

Sand!

Nachdem ich meinen Reisekumpel für die letzten 8 Monate am Bus Richtung Windhoek abgesetzt hatte, blieben mir noch 2 Tage in Swakopmund. Einen davon habe ich schlicht und einfach mal Garnichts gemacht und am anderen bin ich zusammen mit einem Guide für etwa 4 Stunden auf einem Quad durch die Dünen der Namib vor der Stadt gedüst. Neben dem Spaß, den es bereitet, im tiefen Sand ausladende Bögen auf die Dünen rauf und wieder runter zu fahren, war das auch endlich mal ein echtes Wüsten-Feeling. Wohin man auch sah – es gab nur Sand.

Namib

Gut – an ein paar Stellen waren flache Ebenen, die etwas steiniger waren und den Wüsteneindruck ein wenig gestört haben. Also eigentlich wurde der Eindruck durch die Verkehrsschilder gestört, die die Zufahrt zu diesen Ebenen verboten. Das waren die einzigen Plätze in der Wüste, die Vögel zum Brüten nutzen konnten.

Wüste und Meer

Am Ende fuhr man dann durch die Wüste wieder auf die Stadt zu, die aus dieser Perspektive ein wenig wie eine (sehr große!) Oase wirkte.

Swakopmund

 

 

Auf Wiedersehen!

Nach unserem Aufenthalt im Etosha-Park ging es mit zwei Zwischenstopps Richtung Swakopmund, der deutschesten Stadt der Welt, an der Westküste des Landes.

Der erste Aufenthalt war bei Twyfelfontein, wo wir zwar dank der großartigen Planung des Reisebüros zwei Nächte hatten, es allerdings außer ein paar Felsmalereien (die Besichtigung hat ca. eine Stunde gedauert) nichts zu sehen gab. Wirklich beeindruckend waren die Zeichnungen jetzt auch nicht, wobei ich auch kein Historiker oder Archäologe bin…

Felsmalereien bei Twyfelfontein

Der zweite Stopp am Brandberg, Namibias höchstem Gebirgsmassiv war kurzweiliger, weil kürzer, aber wiederrum nicht einmal interessant genug, dass ich auch nur ein Foto gemacht hätte.

 

Auf dem Weg nach Swakop, wie die Stadt auch genannt wird, sind wir noch an der Robbenkolonie am Cape Cross vorbei gefahren. Unglaublich, was für einen Lärm so ein paar Hundert Robben verursachen können. Und was für einen GESTANK!

Robben am Cape Cross

Geschrei

 

Swakopmund selber war … deutsch. Die Straßen haben deutsche Namen, man spricht fast überall deutsch und vor allem haben die Deutschen Bewohner hier auch leider häufig noch eine „deutsche“ Sichtweise auf Afrika. Ich habe bis jetzt keinen echten, aggressiven Rassismus mitbekommen. Das Übelste war vor ein paar Tagen ein älterer Südafrikaner mit deutschen Vorfahren, der mir erzählte, ich solle stolz darauf sein, dass meine Vorfahren damals Namibia besetzt haben und dass die Menschen hier sowieso alle Idioten seien.

Was ich allerdings leider bei so ziemlich allen meiner Landsleute, die sich hier nieder gelassen haben, feststellen musste, war ein latent rassistisches denken. Man meint es gut mit den „Schwarzen“, ja. In einem Sinn, in welchem man ihnen quasi noch Entwicklungshilfe gibt. Aber keiner hat von den Namibianern geredet. Es waren immer „die Schwarzen“. Es waren die Schwarzen, die z.B. in Uis am Brandberg es ja „richtig gut“ haben, weil sie in ordentlichen Häusern in der Unterstadt wohnen können. Mit fließend Wasser und Strom! Und nicht in den Townships wie in anderen Städten.

Uis ist noch aus Apartheitszeiten in eine Ober-, Mittel- und Unterstadt aufgeteilt. Und die Schwarzen haben es eben richtig gut, weil die Unterstadt so ordentlich ist. Dirk meinte irgendwann ganz richtig zu mir „aber das keiner von denen in der Oberstadt lebt, fällt niemandem auf“.

Ich würde sogar vermuten, dass das auch nicht gern gesehen werden würde.

Schade! Wäre die Apartheit und das Rassendenken wirklich nicht mehr vorhanden, würde auch keiner mehr von den Schwarzen reden. Man würde nicht meinen, man müsse ‚denen‘ noch helfen. Man würde einfach von Namibianern und Zuwanderern reden. Letztere dann eben hauptsächlich Deutsche.

Ein wenig schäme ich mich für meine Landsleute.

 

Vor der Küste Namibias

Aber neben deutscher als deutsch war Swakopmund auch die Stadt, von der aus Dirk nach Hause geflogen ist. Da ich nicht glaube, dass es ihm recht wäre, wenn ich hier seine Gründe erläutere, nur als Hinweis, dass es nicht an mir lag.

Und während er schon seine ersten Bewerbungsgespräche hinter sich hat, standen für mich noch sechs Wochen alleine reisen auf dem Plan. Wieder durch Namibia Richtung Norden und dann durch Botswana zurück bis nach Johannesburg in Südafrika.

 

Tiere!

Nachdem wir uns in der letzten Woche die Facetten der namibianischen Landschaft angesehen haben, war es jetzt endlich mal Zeit für die volle Packung der lokalen Fauna. Etosha wartete auf uns.

Am Freitag, den 19. April sind wir durch das östliche Tor in den über 22.000 qkm großen Nationalpark im Norden Namibias gefahren. Insgesamt haben wir vier Nächte in verschiedenen Camps innerhalb des Parks verbracht. Die Tage dazwischen liefen grundsätzlich immer gleich ab: wir haben relativ früh gefrühstückt, uns ins Auto gesetzt und sind durch den Park gefahren. Ab und an gab es kurze Pausen auf den ausgewiesenen Rastplätzen – den einzigen Orten außerhalb der Camps, an denen man aus dem Auto steigen durfte. Etwa neun Stunden später sind wir dann wieder ins Camp gekommen, haben zu Abend gegessen und sind schlafen gegangen.

Warzenschwein

 

Da wir selber gefahren sind und uns nicht den geführten Gamedrives (Safari-Fahrten) angeschlossen haben, konnten wir uns immer so viel Zeit lassen, wie wir wollten, wenn wir Tiere entdeckt haben. Und wir HABEN Tiere entdeckt…

Manchmal haben wir drei Stunden an einem Wasserloch verbracht und den Antilopen, Zebras, Elefanten, Löwen, Adlern, Warzenschweinen, Giraffen, Böcken, usw. zugesehen.

Ich habe eine solche Unmenge von Fotos gemacht, dass ich allein zum Aussortieren mehrere Stunden gebraucht habe.

Spaziergang

 

Wenn man einmal die Erwartungshaltung an das, was man zu sehen bekommt, abgelegt hat, ist es unglaublich entspannend, einfach nur da zu sitzen und die Tiere zu beobachten. Mit der Zeit sieht man die spezifischen Eigenarten. Man lernt, dass z.B. die Antilopen mit dem, meiner Meinung nach, eindrucksvollsten Geweih – die Kudus – auch die schreckhaftesten sind.

Kudu

Man hört Zebras Geräusche verursachen, bei denen man im ersten Moment eher an Raubkatzen denken könnte. Und ich hätte auch nicht geglaubt, dass die relativ kleinen Impalas so tief röhren können.

Kämpfende Impala-Böcke

 

Die Zebras haben sich auch ansonsten ab und an eher seltsam verhalten. So zum Beispiel bei dem hier dokumentierten Versuch des Hengstes, seine Wollust abzubauen. Nur hatte der andere irgendwie keine Lust und ist schnell abgehauen. Ja genau – DER andere. Entweder hat es der libidöse Hintermann nicht so genau genommen, bei wem er ran darf, oder es war wirklich dringend.

Netter Versuch

 

Wenn man lange genug an den Wasserlöchern wartet, sieht man irgendwann auch die kleineren Bewohner der Savanne, die sonst eher im Steppengras untertauchen. Die Horde von Zebramangusten wuselte irgendwann zum Wasser. Dabei kletterten die Tiere übereinander, stellten sich zwischendurch auf ihre Hinterbeine und waren in ständiger Bewegung. Nachdem alle getrunken hatten verschwanden sie fast so fix, wie sie gekommen waren.

Zebramangusten

 

In zwei Camps gab es (bei Nacht) beleuchtete Wasserlöcher. Aber nur in einem bekamen wir tatsächlich etwas zu sehen. Abends ab etwa 21 Uhr tauchten Breitmaul-Nashörner auf und vertrieben sich die Zeit abwechselnd mit Baden und damit, miteinander zu kämpfen. Was mir irgendwie besonders nachts deutlich wurde, war, wie ruhig die Tiere eigentlich sind. Das bezieht sich nicht nur auf die Rhinos. Neben gelegentlichem Brunftgeschrei und ab und an mal sonstigem Wiehern, Röhren, oder was sonst noch, hört man eigentlich nur die Geräusche, die bei der Bewegung entstehen. Eigentlich logisch – aber mit der ganzen Geräuschkulisse, mit der wir so leben, musste ich mir das echt erst einmal verdeutlichen, in welcher angenehmen Ruhe die Bewohner des Nationalparks eigentlich leben. Wären da nicht die Massen an Safari-Touristen mit ihren Autos…

Breitmaul-Nashörner bei Nacht

 

Der Etosha-Nationalpark hat seinen Namen von der Etosha-Pfanne. Einer riesigen, trockenen Staub- und Lehmebene im östlichen Teil des Parks. Wenn man entlang dieser Ebene fährt, sieht man meistens nicht viel davon, da es noch ein wenig Vegetation davor gibt. Aber es gibt eine Möglichkeit, ein paar Kilometer in die Pfanne zu fahren und sie sich anzusehen. Wenn man dort ist, sieht man … nichts. Grauer Staub und Dreck verlieren sich irgendwann am vor Hitze flimmernden Horizont. ‚Einöde‘ drückt es noch nicht treffend aus. Es gibt keinen Strauch, keinen Tropfen Wasser, einfach nichts.

Etosha-Pfanne

 

Bei der Identifikation der größeren Tiere (so etwas wie Löwen, Elefanten, Nashörner) bin ich mir ziemlich sicher, die Viecher richtig erkennen zu können. Bei der ornithologischen Zuordnung bin ich für Korrekturen dankbar. Es gab eine Unmenge an verschiedensten, toll aussehenden Vögeln. Hier gibt es nur die zwei besten Fotos (zugegeben, habe ich auch nicht so viele von den Federträgern gemacht).

Gelbschnabeltoko

Kampfadler

 

Wovon ich allerdings viele Fotos gemacht habe – auch der einfachen Tatsache geschuldet, dass wir davon am meisten gesehen haben, waren Elefanten. Ich weiß schon gar nicht mehr genau, wo wir die grauen Dickhäuter als erstes gesehen haben. Aber mit eine der ersten Begegnungen mit einer ganzen Herde fand direkt am ersten Tag im Nationalpark statt. Danach haben wir jeden Tag mindestens eine Herde gesehen.

Am ersten Tag war es noch eine relativ kleine Gruppe von vielleicht 20 Tieren, die sich in einem Schlammlock suhlten. Nach einiger Zeit kam dann eine zweite Gruppe dazu, mit der man sich offensichtlich nicht ganz grün war. Auf jeden Fall ging die erste Clique schon ihres Weges und machte den Schlamm frei, als sich auf einmal zwei Bullen anfingen zu streiten.

Bullenkampf

Nach ca. 5 Minute hatten sie wohl entschieden, wer der Stärkere war und gingen auseinander. Nur der Verlierer brauchte noch etwas Beruhigung für sein Ego und kam langsam auf uns zu. Als uns klar wurde, dass er uns nicht mag, haben wir den Rückwärtsgang eingelegt und sind langsam abgehauen. Nachdem er uns so 10-15 Meter weit zurück gescheucht hatte, fühlte er sich auch wieder gut genug, um umzudrehen und ebenfalls im Gebüsch zu verschwinden.

Aggressiver Verlierer

 

Ein oder zwei Tage später sahen wir dann eine ganze Elefantenparade an einem Wasserloch. Ich habe angefangen zu zählen, aber bei 50 Tieren dann aufgehört. Es war wirklich alles vertreten. Alte Bullen, Elefantenkühle mit Jungtieren, Teenager, … Wenn ich mich daran erinnere, welch ein Trara der Kölner Zoo getrieben hat, als EIN Elefantenjunges geboren wurde, kann ich jetzt nur noch müde lächeln.

Elefantenparade

An dem Wasserloch war sowieso eine richtige Party im Gange – die erst dann so richtig abging, als die Elefantenherde irgendwann abgezogen war – und so waren wir bestimmt zwei bis drei Stunden dort. Als dann die größten Landsäugetiere der Welt meinten, sie hätten jetzt genug gebadet und sich im Spa getummelt, teilten sie sich auf.

Niedliche Knirpse

Körperpflege

Eine große Gruppe zog gen Norden ab und so ungefähr 15 bis 20 Tiere wollten Richtung Westen. Auf einmal – riesen Alarm. Die Bullen tröteten wie verrückt und drohten mit erhobenem Rüssel. Stampften auf. Wir dachten, da wäre wieder eine neue Gruppe angekommen, die sie nicht leiden können. Nur sah man die nicht…

Dann betrat der Verursacher des ganzen Aufruhrs die Bühne.

Elefanten verjagen

Ein Löwe ging mit aller Ruhe, die man so als König der Savanne hat, den ungefähr vier bis fünf Tonnen schwereren Kolossen entgegen und fauchte sie an. Irgendwann kam noch ein Löwenkumpel dazu, hielt sich aber eher im Hintergrund. Nach ein paar Minuten Elefantentröten und gelegentlichem Löwenfauchen wurden wir Zeuge, wie zwei Löwen eine ganze Gruppe von Elefanten verscheuchte, die dann ebenfalls Richtung Norden abzog. Danach wurde dann auch klar, wieso die Raubkatzen so einen Wert auf ihr Recht des Stärkeren gelegt hatten. Unter einem Busch lag ein Gnu-Kadaver, an dem sich der erste Löwe jetzt gütlich tat, während sein Companion Schmiere stand.

Mahlzeit

Schmiere stehen

 

Irgendwann kam dann auch noch eine Löwin dazu. Wirklich jedes Mal, wenn wir Löwen gesehen haben, hat mindestens einmal ein Männchen versucht, eine Dame zu begatten. Wirklichen Vollzug gab es bisher allerdings nur im Kgalagadi Nationalpark. So war es auch hier. Kaum betrat die Hübsche das Spielfeld und näherte sich dem Kadaver, war er auch schon über ihr. Nur wollte sie erst mal fressen …

 

Nachdem alle satt waren und Elefanten und Löwen ihres Weges gezogen waren, merkte man richtig, wie sich all die anderen Tiere entspannten und die Party in Schwung kam.

Party

 

Insgesamt war der Etosha-Nationalpark wie erwartet DAS Highlight Namibias. Wobei ich mal behaupten würde, wir haben auch zusätzlich noch richtig Glück gehabt, was die Begegnungen mit den Tieren anging. Und jedem, der auch nur in die grobe Nähe fährt, kann ich nur raten, diesen Teil nicht auszulassen.

 

Der Chef

 

 

Rote Dünen

Nach dem zwar schönen, aber nicht wirklich spektakulären Beginn des Namibia-Teils ging es am 15. April weiter zum Sossusvlei. Das Wort Vlei bezeichnet dabei eine abflusslose Pfanne, die in unregelmäßigen und seltenen Zeiten mit Wasser gefüllt wird, dass dann schnell wieder verdunstet und eine aufgerissene Lehmkruste auf dem Boden zurück lässt.

Bekannt ist das Sossusvlei allerdings eher wegen der wirklich wunderschönen, roten Sterndünen, die dort die Landschaft bestimmen. Die riesigen, bis zu 200 m hohen Berge aus rotem Quarzsand wandern bei gleichbleibender Windrichtung bis zu 20 m im Jahr. Wir sind – wie so ziemlich alle Touristen dort – morgens noch vor dem Sonnenaufgang zu den Dünen gefahren und mit einiger Anstrengung auf eine davon geklettert, um dem Schauspiel beizuwohnen, wie der rote Ball gen Himmel steigt.

Nun ja – nach den Erzählungen, die ich gehört hatte, hatte ich mehr erwartet…

Sonnenaufgang am Sossusvlei

 

Dafür war die umgebende Landschaft toll. Und das Sossusvlei selber gab auch einen guten Grund zum Fotografieren.

Dünenlandschaft

Sossusvlei

Und die Lichtverhältnisse am frühen Morgen ließen im Vlei auch sonst nicht zu sehende Farbspiele entstehen.

Farben am Morgen

 

Am beeindruckendsten waren allerdings die perfekten, sanften Bögen, in denen sich die Ausläufer der Sterndünen Richtung Spitze schwangen. Im Licht der rotgoldenen Morgensonne ergaben sich hier Licht- und Schattenspiele, dass ich die Kamera vor lauter Staunen nicht mehr vom Auge bekommen habe.

Licht und Schatten

Geschwisterdünen

Dünenwanderung

 

Außerdem liegt nur zwei bis drei Kilometer vom Sossusvlei entfernt das sogenannte Dead Vlei. Wie der Name schon sagt, eine ziemlich tote Pfanne. Die vom charakteristischen Rissmuster durchzogene Lehmebene ist ‚bevölkert‘ von einer ganzen Anzahl toter Baumgerippe. Der Anblick ist schon leicht surreal. Die Kombination aus dem hellen Boden, den roten Dünen, dem blauen Himmel und den toten, braunen Bäumen schafft eine ganz eigene Stimmung. Vielleicht ist es mir ja gelungen, ein bisschen davon einzufangen.

Dead Vlei I

Dead Vlei II

 

Auf jeden Fall war dieser Besuch für mich – auch jetzt im Nachhinein noch – eines der Highlights in Namibia.

 

 

 

Namibia!

Mit dem Kgalagadi Transfrontier Park war Südafrika dann auch schon wieder beendet. Dann ging es Richtung Namibia. Eine einsame Straße immer geradeaus, bis zu dem noch einsameren Grenzposten. Ausreiseformalitäten aus Südafrika erledigen; Einreiseformalitäten nach Namibia. Untrügliches Anzeichen, dass wir jetzt in Namibia waren: direkt am Schlagbaum hörte die geteerte Straße auf und fing die Schotterpiste an.

 

Fish River Canyon

Die ging es dann noch viele rappelnde Kilometer weiter (eine Fortbewegungsweise, die uns ab da die meiste Zeit begleitete), bis wir schließlich im Fish River Village, einer Lodge in der Nähe des Fish River Canyon ankamen.

Um nicht den Nachmittag nutzlos herum zu sitzen, sind wir als erstes auf den Hügel nebenan geklettert – der sich, als wir oben waren, schon eher als Berg denn als Hügel präsentierte – und haben uns den Sonnenuntergang angesehen.

Umgebung des Fish River Village

 

Am 12. April haben wir dann die relativ kurze Fahrt zum Fish River Canyon unternommen. Der 161 km lange Canyon wird stellenweise bis zu 27 km breit. Mit einer Tiefe von bis zu 549 m git er als der zweit größte Canyon der Welt, nach dem Grand Canyon in den USA. Mein Namibia-Reiseführer behauptet, der Fish River Canyon sei deutlich weniger eindrucksvoll, da der namensgebende Fish River in der Trockenzeit (also bei unserem Besuch) gar nicht wirklich fließt, sondern eher wie eine Ansammlung von großen Pfützen aussieht.

Ich war noch nicht am Grand Canyon, aber ich fand seinen Konkurrenten in Namibia auf jeden Fall eindrucksvoll. Die Größe der Schlucht lässt sich auf Fotos gar nicht richtig zum Ausdruck bringen. Sie ist tatsächlich nur als riesig zu beschreiben.

Fish River Canyon

Canyon mit Grössenvergleich

 

Aus

Nach dem Besuch des Canyons ging es am nächsten Tag weiter in den Ort „Aus“. Aus Aus lassen sich Ausflüge zu den Wildpferden der Namib und nach Lüderitz unternehmen. Wobei Lüderitz ehrlich gesagt eigentlich nicht mal eine Erwähnung wert ist, wie wir feststellen mussten, nachdem wir die etwas über 100 km hingefahren sind.

Sonnenuntergang bei Aus

Aber nur etwa 20 km hinter unserem Campingplatz gab es ein künstlich angelegtes Wasserloch, an dem die erwähnten Wildpferde sich regelmäßig laben. Man weiß nicht genau, wo sie herkommen oder um wie viele Tiere es sich handelt. Fest steht, dass sich die geschätzten 250-300 Pferde an das trockene Leben in der Wüste angepasst haben. Sie kommen bis zu sechs Tage ohne Wasser aus und grasen nur noch morgens oder abends, während sie sich tagsüber die wenigen schattigen Plätze der Wüste zum Ruhen suchen. Die Vermutungen über ihre Herkunft reichen von entlaufenen Abkömmlingen des Schlossgestüts von Duwisib, über Relikte einer um Aus stationierten Schutztruppe bis hin zu Überlebenden einer Schiffskatastrophe. Wie dem auch sei – ich habe mal wieder feststellen dürfen,  dass Pferde echt schöne Tiere sind.

Namib-Wildpferde I

Namib-Wildpferde II

 

Wie schon gesagt, sind wir (unnötigerweise) noch weiter bis nach Lüderitz gefahren. Die alte, jetzt verlassene, Diamantenstadt Kolmanskuppe, die etwa 15 km vor Lüderitz liegt, konnte man leider nur bis 13 Uhr besuchen. Wir waren gegen 12:45 dort …

So bleibt eigentlich nur der Eindruck der Namib-Wüste zu erwähnen, durch die wir fahren mussten. Die meiste Zeit ist die Namib eher eine Steinwüste, die mich sehr an die Atacama in Nordchile erinnert hat. Aber ein kurzes Stück vor der Küste sah sie dann doch mal eher so aus, wie man sich eine Wüste vorstellt

Durch die Wüste per Straße

Durch die Wüste per Bahn

Namib-Wildpferde III

 

 

Südafrika!

Bali war leider Gottes vorbei und damit begann der letzte Teil unserer Reise. Und zwar damit, dass wir erst einmal rausfinden mussten, wo genau am Flughafen wir denn den bestellten Mietwagen abholen konnten. Denn niemand hatte uns vorher informiert, dass der Verleih nicht, wie die anderen Firmen, gegenüber dem Flughafen ansässig war, sondern man uns abholen und hinfahren würde. Nach einigem Suchen und Herumtelefonieren klärte sich das aber glücklicherweise und so 2-3 Stunden später saßen wir in dem dicken 4×4 auf dem Weg in die …

 

Rocklands

Vor zwei Jahren waren Dirk und ich schon einmal hier. Und da wir wussten, wie grandios das Bouldern hier ist und wir unsere gesamte Reise schließlich an den Möglichkeiten zu bouldern und zu surfen orientiert hatten, mussten wir auf jeden Fall noch einmal für eine Woche da hin.

Tja – leider waren meine Finger, oder genauer: die Haut an meinen Fingern, vom vielen Surfen so verweichlicht, dass ich mir direkt am ersten Tag an ein paar Stellen Fetzen abgerissen habe. Dementsprechend war in den nächsten Tagen für mich auch nicht mehr so viel mit bouldern. Die meiste Zeit habe ich mich theoretisch mit den Boulder-Problemen auseinander gesetzt. Der einzig ernstzunehmende Versuch war die „Girl on our mind“ – ein Felsblock, der tatsächlich schon seit 2 Jahren in meinem Kopf war. Leider war mir mit den kaputten Fingern auch diesmal ein Erfolg nicht vergönnt. Aber wenigstens habe ich es probiert.

Girl on our Mind - Rocklands

 

Nach 6 Tagen Rocklands begann dann die Rundfahrt durch das südliche Afrika.

 

Augrabies und die Kalahari

Dies ist der einzige Teil der ganzen Reise, den wir mit der großartigen Hilfe meiner Freundin und der miserablen Hilfe eines Reisebüros komplett im Voraus geplant hatten. Da in Afrika die Entfernungen etwas größer sind und man im Zweifel nicht einfach ins nächste Hotel ausweichen kann, wollten wir das lieber vorab reserviert haben. Außerdem würde Dirk Ende April schon nach Hause fliegen und ich noch 6 Wochen alleine reisen. Da war mir auch einfach wohler, wenn bekannt ist, wo ich zumindest sein sollte.

 

Als erster Stopp standen die Augrabies Falls auf dem Programm. Etwas mehr als 100 km westlich von Upington stürzt sich hier der Oranje suizidal 56 Meter in die Tiefe. Der Wasserfall ist leider gar nicht so wahnsinnig eindrucksvoll, wie er auf den Bildern aussieht, die die Google-Bildersuche ausspuckt. Denn die bekannten Bilder, die einen sehr breiten Wasserfall zeigen, stammen alle aus einem Jahr, in dem es ziemliche Überschwemmungen gab. In normalen Zeiten, wie wir sie jetzt haben, ist der Fall schön, aber nicht wirklich beeindruckend.

Augrabies Falls

Besser war da schon der Anblick im Sonnenaufgang.

Augrabies Sunrise

Überall auf den, den Oranje umgebenden, Felsen lagen, saßen, flitzten Klippschliefer herum. Wörtlich hunderte der kleinen, braunen Tiere sonnten sich, fraßen oder schliefen und sahen dabei irgendwas zwischen lustig und niedlich aus.

Klippschliefer

Kurz nachdem die Sonne untergegangen war, kamen dann die Fledermäuse. Riesige Schwärme zogen Richtung Osten über uns hinweg. 10 Minuten und sie waren am Horizont verschwunden. Das gleiche Spektakel wiederholte sich auch am nächsten Abend.

Da die Wasserfälle nicht so viel zu bestaunen boten, dass man damit einen ganzen Tag füllen könnte, sind wir am nächsten Tag noch eine Runde durch den Augrabies National Park gefahren. Es gab ein paar Tiere zu sehen und einen „Wald“ aus Köcherbäumen. Auch hier aber nichts Besonderes zu vermerken.

Klippschliefer im Sonnenaufgang

'Wald' aus Köcherbäumen

 

Nach den Augrabies Falls ging es dann in die Wüste. Wobei die Kalahari im Kgalagadi Transfrontier National Park nicht dem Bild entspricht, dass einen normalerweise beim Wort „Wüste“ in den Sinn kommt. Es sind keine endlosen Sanddünen, keine absolute Dürre mit ein paar Oasen, die sich einem darbieten. Die Kalahari ist an dieser Stelle eine aride Landschaft. Öd, viel Gestein, Sand, aber auch ein wenig Vegetation; hauptsächlich Dornenbüsche und dürre Gräser. Nachdem wir nachmittags dann unsere Zelte aufgebaut haben, sind wir am nächsten Morgen wie gewohnt früh gegen 6 aufgestanden – und waren damit fast die Letzten. Viele andere waren schon dabei ihre Sachen zusammen zu packen. Wir haben uns allerdings nicht weiter irritieren lassen und sind erst gegen 8 Uhr morgens zu unserer Pirschfahrt durch den Park aufgebrochen.

Und nachdem mich ein im Laufe des Tages ein paar Leute gefragt haben, ob wir etwas Interessantes gesehen hätten, muss ich sagen: wir haben richtig Glück gehabt.

Es fing an mit einer ganzen Reihe von Aasfressern, die sich an den Resten eines toten Gnus gütlich taten. Neben dem Schabrackenschakal warteten noch weitere Artgenossen uns eine halbe Kompanie riesiger Geier darauf, ihren Anteil zu bekommen.

Schabrackenschakal beim Festessen

 

Ein nach diesem Tag schon völlig normaler Anblick waren die omnipräsenten Oryx-Antilopen – auch Gemsböcke genannt – und die Springböcke.

Oryx-Antilopen

Springbock

 

Unterwegs konnten wir dann eine Herde von Giraffen an einem Wasserloch beobachten. Gerade bei diesen Tieren wird mir immer wieder klar, dass ich gerade in Afrika bin. Und ich finde sie faszinierend. Trotz ihrer langen Beine und Hälse bewegen sie sich mit einer Eleganz, die mir schon bei 1,8 m Körpergröße abgeht.

Giraffenfamilie

Wobei ich wenigstens lässiger trinken kann…

Trinken ist nicht einfach

 

Auch die Strauße ließen sich einen Auftritt nicht nehmen. Daneben gab es noch Zebras, Riesentrappen und allerlei andere, große und kleine Tiere, von denen in den nächsten Einträgen noch genug Fotos kommen werden.

Gleichschritt

 

Aber einen Auftritt möchte ich dann doch keinem vorenthalten: es war irgendwann um die Mittagszeit, als wir eine ganze Reihe Autos am Rand der Piste stehen sahen. So was deutet ja schon immer ziemlich unmissverständlich auf eine Attraktion hin. Und tatsächlich – der erste Tag in einem Nationalpark und wir haben Löwen gesehen. Wobei sie leider einfach nur faul in der Sonne rum lagen…

Für etwa 5 Minuten…

Dann stand der Löwerich auf, guckte sich einmal um, trottete zur Löwin rüber … und los ging es!

Küssen

Beissen

Nach maximal einer Minute war es aber mit einem leichten Brüllen auch schon erledigt. Nicht so richtig befriedigend vermutlich…

Das dachte sich wohl auch die Löwen-Dame. Denn nach weiteren 5 Minuten stand sie auf und strich verführerisch um den Kerl herum. Der ließ sich natürlich nicht lumpen und bot ihr direkt eine zweite Runde.

Verführung

Runde 2

Danach war er dann allerdings offensichtlich ziemlich ausgelaugt. Nicht viel anders als beim Menschen war dann erst mal Kuscheln angesagt.

Nochmal beissen

Kuscheln

 

Insgesamt war also der Kgalagadi-Park ein voller Erfolg. Was ich da noch nicht wusste – es sollte auch später im Etosha-Park so weitergehen.

 

 

Endlich!

Freitag, der 8. März. Nachdem ich am Abend vorher noch eine der besten Surfsessions meines Lebens hatte, war das Surfen an diesem Morgen eher mit das schlechteste, was ich bisher hatte. Aber ich war eh nur im Wasser, um irgendwie die Zeit bis zum Abend rum zu bekommen. Da Jana meinte, sie wolle abends nichts mehr essen, hab ich dann am Mittag noch eine Portion gebratene Nudeln bestellt. Als sie vor mir auf den Tisch gestellt wurden, stellte ich mit Schrecken fest – da war gut Knoblauch drin. Auch toll so beim ersten Wiedersehen nach einem halben Jahr …

Aber offensichtlich hast Du nichts gemerkt, oder?

Lullaby Bungalows

Etwa anderthalb Stunden, bevor ihr Flieger landen sollte, bin ich dann mit einem Fahrer zum Flughafen. Während der einstündigen Fahrt habe ich so ungefähr 30 mal auf die Uhr gesehen – nicht, dass wir zu spät kämen. Aber – unglaublich und trotzdem wahr – wir waren pünktlich. Ich musste sogar noch ca. 20 Minuten warten, bis auf dem Monitor „landed“ (gelandet) angezeigt wurde.

Dann nochmal warten. Schließlich musste sie ja noch durch die Passkontrolle, das Visum bezahlen, usw. Und ich stand draußen und hab krampfhaft versucht cool zu bleiben. War nicht einfach. Ist mir auch ehrlich gesagt so überhaupt nicht gelungen…

Jedes Mal, wenn jemand um die Ecke kam musste ich mich erst mal wieder beruhigen. Gott – ich hätte nicht geglaubt, dass man so nervös werden kann, wegen einer Frau! (Ich hätte nicht gedacht, dass man überhaupt so nervös sein kann.)

Tja – und als meine Freundin dann durch die Tür kam war aber auch wirklich jeder Rest von Coolness dahin. Hat auch noch ein paar Stunden gedauert, bis ich sie auch nur ansatzweise wiedergefunden habe, meine sonst so im Überfluss vorhandene Nonchalance…

 

Endlich

 

Am nächsten Tag begann der Urlaub von der Weltreise. Braucht man ja auch mal, bei dem Stress, den man hat, wenn man so um die Welt gondelt. Und was für ein Urlaub. Jetzt, im Nachhinein, kann ich die Tage kaum auseinander halten.

Die drei Wochen, die leider auch wieder viel zu schnell vorbei waren, begannen mit einem Tag am Strand und einem Abendessen im Single Fin – dem Lokal, in dem man die kitschigen Sonnenuntergänge sehen kann. Aber diesmal war ich ja wenigstens nicht alleine da.

Im Single Fin

Sunset vom Single Fin aus

 

Am Montag haben wir uns den Uluwatu Tempel angesehen. Eine Tempelanlage, ganz im Süden der Insel. Im Gegensatz zu den buddhistischen Tempeln, wie ich sie z.B. in Bangkok gesehen habe, sind die Hindu-Tempel auch einfach ein Ort, um sich zurück zu ziehen und zu meditieren. Und auch im Gegensatz zu den erstgenannten, sind sie fast gar nicht geschmückt.

Uluwatu

Jana hatte an dem Tag noch ziemlich mit dem tropischen Klima und ein wenig mit dem Jetlag zu kämpfen. So dass wir mittags erst noch am Pool waren. Außerdem war der 11. März der „Nyepi“-Vorabend. Nyepi ist das von den Balinesen gefeierte Neujahr. Ja, genau: das war dann mein drittes Sylvesterfest in 2013. Und endlich eines mit Dir.

Auf Bali lief das allerdings etwas anders ab, als in Sydney. Alle möglichen Gemeinden, Schulen, Gruppen, wer-auch-immer, haben in den Tagen zuvor „Oggo-Oggo“s gebastelt. Große Monster aus Pappmache, die am Nyepi-Vorabend in einem Wettbewerb präsentiert wurden. Mit unserem Motorroller, den wir für die ersten zwei Wochen geliehen hatten, sind wir dann am Abend in den benachbarten Ort gedüst, um uns das Spektakel anzusehen. Und es WAR ein Spektakel. Die Monster sahen richtig furchterregend aus. Auf einem großen Platz standen sie aufgereiht und wurden der Reihe nach der Jury präsentiert. Aber nicht einfach vorgeführt. Nein!

Über scheppernde Lautsprecher wurde zu jedem Oggo-Oggo eine Geschichte erzählt. Leider auf Indonesisch – so können wir nur vermuten, dass es um die Missetaten des Monsters ging. Aber die lautstarken Geräusche, die die Oggos wohl gemacht haben sollten, wie z.B. ein „Wuuuaaahaaahaaahaaaa!“ oder ein laut gebrülltes „OOhooohoooooo!“, und die nun über die Lautsprecher in die Geschichten eingeflochten wurden, waren schon sehr amüsant.

Oggo Oggo

Der Nyepi-Tag selber ist auf Bali ein absoluter Ruhetag. Jegliche Art von Lärm, Arbeit, Reisen oder Vergnügen sind verboten. Und zwar wirklich verboten. Es war nicht erlaubt, die Anlage zu verlassen und nachts durfte kein elektrisches Licht gemacht werden. Germaine, die junge Besitzerin der Lullaby Bungalows, erzählte, dass sie vor ein paar Jahren mal Surfer als Gäste hatten, die an dem Tag dachten „Ha – dann gehen wir surfen. Dann ist ja kein anderer im Wasser“. Endete damit, dass die Polizei sie am Strand erwartete und sie einen Tag später die Tempel im Dorf fegen mussten.

Wir waren da deutlich vernünftiger und haben schlicht und einfach den ganzen Tag auf kitschigste Art und Weise gemeinsam am und im Pool verbracht. Abends haben wir noch zusammen mit unseren Gastgebern gegessen (wir waren die einzigen Gäste an dem Tag).

 

Das nächste Highlight war dann das Abendessen in Jimbaran. In dem Ort gibt es eine ganze Menge an Fischrestaurants. Man sucht sich den Fisch oder die Krustentiere vorher aus und bekommt sie dann nach Wunsch zubereitet serviert. Dabei steht der Tisch direkt am Strand im Sand. Man blickt auf das Meer in den Sonnenuntergang und mit dem richtigen Motiv bekommt man neben der ganzen Romantik auch noch ziemlich gute Fotos. Tja – Jana war definitiv das richtige Motiv – und Romantik gab es sowieso im Überfluss. Danke, Baby.

Dinner-Tisch bei Jimbaran

Ohne weitere Worte

Romantik in Jimbaran

 

Irgendwo in den vorbeifliegenden Tagen waren wir auch an den verschiedenen Stränden. Ich hatte meistens mein Surfbrett dabei und bin zwischendurch mal für eine Session ins Wasser gegangen. Wir sind mit dem Mofa rumgefahren und haben uns den Südzipfel der Insel angesehen. Zwei Mal haben wir versucht shoppen zu gehen. Am ersten Tag (am Tag nach Nyepi) waren die meisten Geschäfte noch geschlossen. Beim zweiten Versuch hat Jana, bis auf das Maßschneidern lassen einer Bluse, irgendwie keinen Shopping-Erfolg feiern können. Dafür hatte ich jetzt zwei neue Hosen, obwohl ich eigentlich Garnichts kaufen wollte. Irgendwie ist da wohl etwas schief gelaufen…

Auf dem Weg nach Balangan

Balangan Beach

 

An ein paar Tagen haben wir uns einen Fahrer genommen, um den Nordteil der Insel zu erkunden. In Ubud haben wir den Affenwald besucht. Die auf Bali lebenden kleinen, grauen Tiere sind dort in ziemlicher Anzahl vorhanden und schon reichlich unbeeindruckt, von den Touristenmassen, die sie jeden Tag begaffen. Trotzdem war es nett dort.

An einem anderen Abend haben wir uns im Uluwatu-Tempel den dort aufgeführten Tempeltanz angesehen. Eine Mischung aus Theater und Tanz. Untermalt wurde die kostümreiche Vorführung von einem reinen Männerchor, der allerdings eher einen steten Rhythmus in abgehackten Tönen vorgegeben hat, als wirklich zu singen. Die Story der Aufführung war – nun ja – unvollständig. Eine wilde Geschichte um eine Prinzessin, die von einem Riesen entführt wird. Ihr Prinz und dessen Bruder (oder war es ihrer?) wollen sie retten und bekommen dabei Hilfe von einem magischen Vogel, der allerdings nichts wirklich tut, und von einem weißen Affenkönig, welcher der gefangenen Prinzessin einen Ring des Prinzen bringt, als Symbol, dass der ihn geschickt hat. Er will zum Prinzen zurück und wird dabei von den Riesen gefangen genommen. Da er die Festung der Riesen halb geschleift hat, sind die natürlich entsprechend übel gelaunt und wollen King Lui verbrennen. Da der Affenkönig allerdings magische Fähigkeiten hat, kann er nicht verbrannt werden. Punkt. Schluss. Keine Ahnung, was aus der Prinzessin und ihrem Prinzen geworden ist, oder was der König der Lianenschwinger als nächstes zu tun gedenkt.

Aber dafür waren die Kostüme sehenswert und die Aufführung mal was anderes, als Theater oder ähnliches bei uns.

Tempeltanz

 

Die Zwillingswasserfälle von GitGit standen ebenso auf dem Touri-Programm, wie auch die größten Reisfelder Balis weit im Norden der Insel. Und auch, wenn ich ja normalerweise nicht so auf den Touristenteil stehe – irgendwie ist es anders, wenn man das mit seiner Freundin macht. Die Reisfelder haben mich dabei übrigens am meisten beeindruckt. Ewig große, grüne Terrassen. Bergauf und Bergab. Soweit man gucken kann.

GitGit Twin Falls

Reisfelder im Norden Balis

 

Einen Abend war Germaines Mann so nett, uns mit seinem kleinen Boot in den Sonnenuntergang mitzunehmen. Wir sind die Küste rauf und runter gefahren und konnten uns Bali mal vom Wasser aus ansehen. Die ganzen Surfspots, den Uluwatu Tempel, das Single Fin mal von der anderen Seite. Es war toll. Und schon wieder so verdammt kitschig. Oder?

Bootsfahrt

 

Die letzten fünf Tage sind wir noch einmal umgezogen und haben in einer etwas nobleren Bungalow-Anlage im Dschungel im Nordwesten gewohnt. Der Gegensatz der relativen Abgeschiedenheit in den Bergen zur Hektik und den Stränden war angenehm. Aber leider ging mit dem erhöhten Nobelfaktor auch das persönliche und intensive, was wir in den Lullaby Bungalows hatten. Uns beiden hat die erste Anlage deutlich besser gefallen.

Highlight der Tage in den Taman Wana Villas & Spa – wie die Anlage in den Bergen hieß – war der Schnorchelausflug. Eine unglaubliche Vielfalt an Fischen, klares Wasser mit 20 Meter Sicht und mehr bei Temperaturen wie in einer Badewanne. Wir waren begeistert. Ich zitiere hier Jana mit „das war wie ‚Findet Nemo‘ – nur in echt“.

Ansonsten war noch der Infinity-Pool der Anlage erwähnenswert, von dem es zum Abschluss hier noch ein Bild gibt.

 

Taman Wana Pool

 

Ich bin drei Wochen lang auf Wolke sieben, acht und neun gleichzeitig gelaufen! Und das war definitiv der schönste Urlaub, den ich bisher hatte. Dank Dir, Baby.

Ich liebe Dich!

 

 

 

Indonesien!

Bali! Ich war da. Auf der Insel, wo ich nach 6 verflucht langen Monaten endlich Jana wiedersehen würde.

 

Aber zunächst mal holte der Fahrer von den „Lullaby Bungalows“ mich alleine am Flughafen Denpasar ab. Denn die erste Woche musste ich noch solo verbringen. Nach ca. einer Stunde Fahrt kam ich dann ganz im Süden der Insel an der kleinen Bungalow-Anlage an. Nur vier achteckige Hütten, ein kleiner Pool und ein echt hübsch angelegter tropischer Garten dazwischen.

Als ich in meine Unterkunft für die nächsten 3 Wochen kam, war es schon fast nicht mehr auszuhalten. Ein Doppelbett mit Moskitonetz darüber, aufgerollte Handtücher darauf, Blütenblätter zur Deko, eine private Open-Air-Außendusche zwischen Palmen und Farnen, dezente Beleuchtung, …

Wenn ich meine Freundin bis hierher nicht schon so unglaublich vermisst hätte – jetzt wäre es soweit gewesen.

 

Aber wie gesagt – erst einmal eine Woche alleine. Die meiste Zeit dieser Woche habe ich mit surfen verbracht. Ich war selbst ziemlich überrascht, wie gut es klappte. Die Ausdauer zum Paddeln hätte ich nicht erwartet. Und mit dem 6‘4‘‘er Brett waren endlich auch mal die ersten Ansätze zu CutBacks möglich.

Die ersten 3 Tage bin ich mit dem Surflehrer, den sich 2 Australierinnen, die auch in den Bungalows schliefen, angeheuert hatten, und den Beiden, die verschiedenen Strände abgefahren. Super Sache – so wusste ich wenigstens direkt, wie ich wohin komme.

Abends habe ich dann schon mal die möglichen Restaurants getestet, in die ich dann mit Jana gehen könnte. So auch das ‘Single-Fin‘. Eine wirklich schön gelegene Mischung aus Bar und Restaurant, hoch über dem Surfspot Uluwatu. Beim Abendessen auf der Terrasse konnte man die Surfer im Sonnenuntergang beobachten. Und Uluwatu ist ein Spot, an dem eher die Leute surfen, die wissen, was sie tun. Es gab also was zu sehen.

Beim ersten Mal war ich schon fast im Dunkeln dort und habe nur gegessen. Ein paar Tage später wollte ich früher hin. Leider hatte es noch geschlossen, so dass ich in eins der anderen zahlreichen Warungs (simple, balinesische Cafes und/oder Essensbuden) bin, eine Coke bestellt habe und mir nur den Sonnenuntergang angesehen habe.

 

Eine absolute Scheiß-Idee! Die totale Pärchen-Sache! Unglaublich, wie kitschig so ein Sonnenuntergang sein kann! Ich kann nur allen raten, die 6 Monate von ihrer Freundin getrennt verbringen müssen und dann noch eine Woche auf Bali warten müssen: guckt Euch nicht alleine den Sonnenuntergang bei Uluwatu an. Un-er-träg-lich!

 

Völlig deprimiert bin ich dann noch woanders essen gewesen und hab mich alleine unters Moskitonetz ins Bett gelegt.

Zum Glück waren es ja nur noch ein paar Tage. Noch ein paar Mal skypen mit Hamburg und dann war es soweit. Jana stieg in den Flieger zu mir. Endlich!